Schafft Wissenschaft Wissen? – 3 rationale Gründe, warum Naturwissenschaften irrational sind

Die Wissenschaftsikone schlechthin: Einstein im Madame Tussauds Berlin

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Ich bin der Überzeugung, dass alle Naturwissenschaften irrational sind. Wie ich zu dieser steilen These gelange, erfährst Du hier.

„Jetzt ist er völlig durchgedreht! Wie kann er einfach behaupten, dass alles wissenschaftliche Forschen irrational ist? Ist das nicht extrem arrogant? Haben wir nicht Flugzeuge, Satelliten und Atomkraftwerke? Schreibt er diesen Artikel nicht auf einem Computer, welcher der beste Beweis für den Erfolg der Naturwissenschaft ist?“

Hypothesen

Wenn es regnet, wird die Straße nass. Die Straße ist nass, also hat es geregnet. Hä? Irgendwas stimmt hier logisch nicht. Vielleicht hat mein Nachbar einfach nur sein Auto geputzt und deshalb ist die Straße nass. Korrekt! Wir sehen, dass die Hypothese vom Regen nicht unbedingt wahr sein muss. Ein anderes Beispiel: Wenn Gravitation existiert, fällt der Apfel vom Apfelbaum. Der Apfel fällt vom Apfelbaum, also existiert Gravitation. Mhh… das hört sich schon logischer an als das vorherige Beispiel. Aber Moment… beide Argumente haben den selben logischen Aufbau: Wenn X, dann auch Y. Y ist wahr, also ist auch X wahr. Wieso ist also die Gravitationshypothese logischer als die Regenhypothese? Die Wahrheit ist: Sie ist es nicht! Beide Hypothesen sind willkürliche Erklärungen für unsere Beobachtungen. Es kann theoretisch auch eine unendliche Anzahl anderer Erklärungshypothesen geben. Auf eine Beliebige rückzuschließen, wie in unseren Beispielen getan, ist eine Variante des logischen Fehlschlusses „non sequitur“.

Irrationalität: 1 – Rationalität: 0

 Experimente

„Gut, geschenkt! Natürlich darf man nicht irgendwelche wilden Erklärungen akzeptieren. Aber dafür hat man ja in den Naturwissenschaften Experimente als Kontrollinstanz eingeführt. Die kann jeder wiederholen und somit feststellen, dass er die gleichen Ergebnisse erhält wie jeder andere auch.“

Okay… was ist mit der Hypothese „Alle Schwäne sind weiß“? Machen wir hierzu folgendes Experiment: Jedes Mal, wenn wir einem Schwan begegnen, notiere wir uns seine Farbe (Beobachtung bzw. Messung). Es kann sein, dass wir 10 weiße Schwäne hintereinander beobachten. Nun rufe ich meinen Kollegen in Amerika an. Auch er zählt immer nur weiße Schwäne. Und auch wenn wir das Experiment 1000-mal wiederholen – immer nur weiße Schwäne! Somit schließen wir wissenschaftlich: Schwäne sind weiß! Doch was ist das? Die 1001. Sichtung notiert einen schwarzen Schwan. Oder machen wir ein anderes Experiment: Fragen wir bei allen nassen Straßen, die uns begegnen, die Anwohner, warum diese Straßen nass sind und notieren uns die Antworten. Unser Ergebnis: 10.000 nasse Straßen aufgrund von Regen. Somit schließen wir experimentell und hoch-naturwissenschaftlich: Nasse Straßen werden durch Regen erzeugt. Doch was ist das? Die 1 Millionste nasse Straße wurde durch einen Anwohner erzeugt, der sein Auto putzt. Machen wir ein weiteres Experiment: Was passiert mit dem Apfel in meiner Hand, wenn ich diese öffne? Er fällt auf den Boden. Auch beim 2. Durchlauf das gleiche Ergebnis. Auch beim dritten und so weiter und so fort. Ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus möchte. Und ja, ich gebe es zu: Ich habe es noch nie erlebt, dass der Apfel nicht runtergefallen wäre. Aber was unterscheidet das Apfel-Experiment von den beiden vorherigen außer der hohen Versuchsanzahl? Eigentlich nichts. Und wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht, ob der Apfel beim nächsten Mal nicht vielleicht nach oben fliegt oder schweben bleibt. Das ganze Experimentieren basiert auf der sogenannten Induktion. Man schließt vom Einzelnen auf das Ganze. Die induktive Methode lässt sich aber selbst entweder einfach nur willkürlich behaupten oder ebenfalls induktiv belegen, indem man mit einem Experiment (induktiv) testet, ob die Induktion immer funktioniert. Dies ist aber ein Zirkelschluss. Oder um wieder etwas Fach-Chinesisches bzw. Lateinisches zu benutzen: Es handelt sich hierbei um den logischen Fehlschluss „petitio principii“.

Irrationalität: 2 – Rationalität: 0

Empirismus

Nehmen wir mal an, wir könnten trotz der bisher aufgezeigten Irrationalität der wissenschaftlichen Methode tatsächlich Wissen aus wissenschaftlichen Experimenten erlangen. So bleibt aber immer noch das empirische Problem. Denn für die Durchführung von Beobachtungen brauche ich meine Sinne – und wenn es nur zum Ablesen der Messinstrumente ist. Und da aber das Funktionieren der Sinne und das richtige Interpretieren des Wahrgenommenen ebenfalls unbewiesen ist und einfach vorausgesetzt wird, haben wir keine logische Grundlage hierfür. Um die Funktionalität und Korrektheit meiner Sinne wissenschaftlich zu überprüfen, müsste ich wieder die zwei oben genannten Fehlschlüsse begehen. So hat nicht nur die naturwissenschaftliche Methodik in sich logische Fehler, nein auch ihre Durchführung kommt nicht zustande, ohne dass ich dabei schon einmal diese unlogische Methodik angewandt habe. Sie ist also nicht nur in sich unlogisch, sondern bedarf auch noch sich selbst um überhaupt beginnen zu können. In einem anderen Artikel habe ich mehrere Gründe genannt, warum der Empirismus an sich fragwürdig ist.

Irrationalität: 3 – Rationalität: 0

Wir sehen, dass die Naturwissenschaften den Geisteswissenschaften unterlegen sind. Es lebe die Philosophie! Aber wie will man ohne die naturwissenschaftliche Methodik sonst zu echtem Wissen gelangen und was ist Wissen? Dazu später mehr in einem anderen Artikel.

Habe ich Dein Vertrauen in die Naturwissenschaften erschüttert? Oder ist das nicht sowieso alles allgemein bekannt, wenn es auch nicht häufig Erwähnung findet? Oder möchtest Du für die Naturwissenschaften Partei ergreifen? Wie auch immer, schreibe mir unten gerne Deinen Kommentar dazu!

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