Sprachen schnell lernen – Meine 4 besten Tipps fürs effektive Pauken

Manchmal ist es gut, verschiedene Sprachen zu beherrschen

Manchmal ist es gut, verschiedene Sprachen zu beherrschen

Hier kommen meine besten Tricks, die auch Dein Lernen revolutionieren können.

Während meines Theologie-Studiums musste ich ziemlich viel auswendig lernen, vor allem in kürzester Zeit viele Vokabeln, Konjugationstabellen und sonstige Grammatik. Neben Job, kleinem Zweitstudium der Philosophie und zahlreichen Hausarbeiten sowie endlosen Pflichtlektüren blieb für das eigentliche Lernen kaum noch Zeit. Ein paar Lifehacks fürs effiziente und dennoch effektive Lernen mussten her:

1. Moderne Technologie ausnutzen

Heutzutage haben viele Leute ein Smartphone. Dass dieses nur nebenbei ein Telefon ist, sollte jedem klar sein. Da Du es aber immer dabei hast, kannst Du es auch als Vokabelkarten-Deck benutzen. Die kostenlose und professionelle Lernsoftware Anki dient mir dazu, egal wo ich bin, immer meine Vokabelkarten dabei zu haben. Ob Du nun im Bus sitzt, beim Arzt wartest oder nebenbei beim Essen, die Vokabeln sind immer griffbereit. Mehr noch, Anki unterstützt allerlei Medien und ist nicht auf ein Vokabellernprogramm zu reduzieren. Man kann sich im Internet mittlerweile in allen möglichen Sprachen Vokabelkarten runterladen, teilweise sogar mit Aufnahmen der Aussprache. Alles lässt sich in der Cloud speichern und von verschiedenen Endgeräten abrufen. Wenn Du die Vokabeln jedoch selbst konzentriert eintippst, dann kannst Du Dich mit diesen schon einmal auseinandersetzen und viele von ihnen bleiben direkt hängen. Oh, was für eine Mühe das beim Hebräischen war, wo jeder Punkt und jedes Strichlein richtig sitzen muss! Naja, dafür kann ich jetzt auch auf einer hebräischen oder griechischen Tastatur schnell tippen 😀

Auf meinen einstündigen Autofahrten zur Arbeit habe ich zudem eine Vorlese-App benutzt und schon einmal diejenige Pflichtlektüre abgearbeitet, die es digital gab. Leider bringen selbst moderne theologische Autoren kaum digitale Kopien ihrer Bücher heraus. Ja, man kann schon fast dankbar sein, wenn neue Ausgaben von alten Büchern auf Frakturschrift verzichten. Aber zu meinen Lese-Hacks mehr in meinem Artikel „365 Bücher im Jahr – Ist das überhaupt möglich?“.

2. Die Vergessenskurve verstehen

Quelle: https://lernen1fc.wikispaces.com/Vergessenskurve

Quelle: https://lernen1fc.wikispaces.com/Vergessenskurve

Laut der Vergessenskurve nach Ebbinghaus, vergessen wir am Anfang ziemlich schnell vieles wieder. Nur durch mehrmaliges Wiederholen des Stoffes wird die Vergessenskurve flacher. Dies bedeutet, dass es effektiver ist, beispielsweise die Vokabeln am Anfang in kurzen Zeitabständen (mehrmals am Tag) in sich reinzuballern. Wenn diese dann erst einmal im Langzeitgedächtnis angekommen sind, kann man die Wiederholungszyklen drastisch auseinanderziehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dann die Menge der Vokabeln auch kein Problem mehr bereitet. Hunderte Vokabeln am Tag zu lernen sind auf diese Weise durchaus möglich. Wenn man natürlich Tage zwischen den Wiederholungen vergehen lässt, dann hat man von den 100 Vokabeln wahrscheinlich schon wieder 80 vergessen, sodass man diese 80 Vokabeln doppelt lernt. So werden aus 100 Vokabeln effektiv 180. Dann wird es natürlich immer schwieriger hunderte Vokabeln zu lernen, wenn man sie noch multiplizieren muss. Man kann in Anki die Wiederholungszyklen selbst einstellen, sodass man diesen Lernstil anwenden kann. Auch lässt sich in Anki differenzieren, wie gut man eine Vokabel beherrscht, sodass es verschiedene Wiederholungszyklen für unterschiedliche Schwierigkeitsklassen an Vokabeln gibt.

Ein weiterer Tipp, den ich jedem Lernenden von Sprachen geben kann, ist einmal im Internet die 100 häufigsten Wörter dieser Sprache zu recherchieren. Wie in so vielen Dingen kommt auch beim Lernen von Sprachen das Pareto-Prinzip zu tragen. Dies auf Sprachen angewendet besagt: Wenn man nur 20% der Worte einer Sprache beherrscht, kann man schon 80% der Konversationen führen. Und in der Tat reicht ein Wortschatz von nur 100 Worten schon aus, um einen merklichen und sehr motivierenden Erfolg zu erzielen. So machen etwa die 25 häufigsten Worte der englischen Sprache schon ein Drittel aller Texte aus und die Top 100 die Hälfte.

Etwas Off-Topic aber dennoch interessant sind die Forschungsergebnisse zur Natural Semantic Metalanguage, welche aufzeigen, dass alle Sprachen der Welt verschiedene Grundbausteine teilen. Wenn Du jeweils die wenigen Vokabeln für diese Grundbausteine in einer Fremdsprache lernst, kannst Du, wenn auch umständlich, auf Anhieb alle Gedanken in dieser Fremdsprache ausdrücken bzw. umschreiben.

3. Der Prokrastinationskiller

Wir alle kennen es: Manchmal hat man einfach keinen Bock zum Lernen. Prokrastination nennt sich dieser Feind, der uns vom Lernen abhält und auch in anderen Bereichen des Lebens für Ärger sorgt. Aber jetzt verrate ich Dir meine ultimative Disziplinierungsgeheimwaffe gegen diese Plage. Der Trick ist ganz einfach. Wir ergeben uns dem inneren Schweinehund, aber stellen eine Kapitulationsbedingung: Wir verpflichten uns, für 10 Minuten anzufangen unsere Aufgaben zu erledigen. 10 Minuten, für die es keine Diskussion und keine Ausrede gibt. Unverhandelbar! Aber wenn wir nach 10 Minuten immer noch keine Lust haben, dann ergeben wir uns und hören freiwillig auf. Dann darf die Prokrastination siegen. Aber ich sag Dir ein Geheimnis: In 90% der Fälle hat man damit schon gewonnen. Der erste Schritt ist häufig schon die Hälfte des Weges. Einmal aufgerafft und angefangen, geht der Rest wie von alleine. Und wenn man sogar mal einen richtigen Flow hat, hindert einen ja auch nichts daran, ein paar Überstunden zu veranstalten. Mehr Freizeit für später und nicht nur ein halber, angebrochener Tag!

4. Mnemotechniken einsetzen

Im Studium mussten wir ganze chronologischen Abläufe aus dem Leben Jesu in den Evangelien auswendig lernen. Teilweise mussten wir sogar Kapitel- und Vers-Angaben genaustens kennen. Oder einmal sollten wir für alle Perikopen wissen, in welchen der 3 synoptischen Evangelien sie jeweils vorkamen.

Um das zu meistern helfen Mnemotechniken gut weiter. So kannst Du zum Beispiel real oder nur in Gedanken durch die Stadt spazieren und verschiedenen Orten verschiedene Daten gedanklich zuordnen. Musst Du die Daten dann in chronologischer Reihenfolge wieder abrufen, gehst Du einfach nochmal in Gedanken dieselben Wege spazieren. Hin und wieder ist dies einfach, manchmal musst Du aber sehr fantasievoll sein. Aber je absurder die Gedankenbrücken, desto besser kannst Du diese Dir dann merken. Ich erinnere mich zum Beispiel noch gut daran, wie ich einem Freund in der Schule klagte, dass ich in Latein immer die Vokabeln natare (schwimmen) und narrare (erzählen) verwechsle. Darauf antwortete er: „Ganz einfach: Das Wort Wasser beginnt mit dem Buchstaben T, deshalb natare.“ Absurd, ich weiß. Aber die Assoziationskette ist offensichtlich bis heute bei mir hängen geblieben.

Aber wie gut die Spaziertechnik funktioniert, kann vielleicht meine folgende Erfahrung verdeutlichen: Ich nutze ja meine Freizeit sehr effizient, sodass ich häufiger beim Spazierengehen, wenn ich mal nicht gerade irgendwelche Evangelien auswendig lernen muss, Hörbücher höre. So auch letzten Februar, als ich in Kuala Lumpur war. Aktuell bin ich wieder in Kuala Lumpur. Und es ist verrückt! Wenn ich jetzt dieselben Wege nochmals spazieren gehe, kommen mir ganz oft die Gedankengänge der damals gehörten Bücher in den Sinn. Dies ist häufig so detailliert, dass ich bei jeder Straßenecke wieder genau weiß, was der Autor damals erzählt hat. Ich kann auf diese Weise teilweise ganze Kapitel inhaltlich reproduzieren, sogar ohne, dass ich damals irgendeine Ambition hatte, mir den Inhalt zu merken.

Möchtest Du Dir also auch einmal merken, welche Perikopen in welchen Evangelien vorkommen, dann suche Dir für jede Evangelien-Kombination einen Ort aus, gehe dort hin und lerne sie dort auswendig. Am besten einen Ort, an dem es viel zu sehen gibt. Vielleicht im Café auf einer belebten Einkaufsstraße. Dort gibt es genügend Eindrücke, mit denen sich auswendig zu lernende Daten gedanklich verknüpfen lassen.

Ich hoffe diese Techniken bringen Dich weiter. Wenn Du auch noch Methoden kennst, die sich in der Praxis bewährt haben, dann schreibe sie doch gerne unten in die Kommentare.

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3 Antworten

  1. Carsten Müller sagt:

    Hallo zum Vokabeln lernen kann ich dir eine absolut geniale Software empfehlen welche ich nutze.
    Diese wurde in den USA entwickelt und nach praktischen Experimenten stetig weiterentwickelt. Nun hatte ein deutscher Lerncoach diese Software nach Deutschland gebracht.

    Ich kann nicht genau sagen warum es damit viel besser funktioniert. Ich vermute aber es liegt zum einen an den Farben, am Aufbau (wie ein Spiel), gleiten der Wörter wo unsere Augen folgen müssen und durch das festigen.

    Die Software ist nicht kostenlos, aber man kann diese 30 Tage kostnelos testen. Bei Interesse kannst du das Ganze einfach mal ausprobieren:
    http://go.SucherX91.49583.13733.digistore24.com/CAMPAIGNKEY

    Übrigens habe ich für derzeit 6 Sprachen (Englisch – Spanisch – Russisch – Chineisch (Pynin) – Portugisich – Französisch) Lektionen für alle Basisvokabeln und mehr erstellt. Ich kann andere auch auf diese Lektionen freischalten was eine enorme Tipparbeit ersparen wird. Also bei Interesse melde dich einfach:
    Carste-Mueller91@gmx.de

    Liebe Grüße Carsten Müller

  2. Carsten Müller sagt:

    Meine Linkliste zum Sprachen lernen:

    – Sprachpartner finden: Italki.com , App: Hello Pal (viele russisch sprechende) und Speaky

    – Videos mit mehrsprachigen Transskripten zum ausdrucken: https://www.ted.com/

    – App um Texte/Schilder abzuscannen und danach zu übersetzen: Smart Lens

    – Verben Konjugieren: http://www.logosconjugator.org/

    – Vokabeln Lernquizz: https://de.duolingo.com/ | https://de.babbel.com/

    – Geheimtipp: Goethe-Verlag !!: Audios downloaden und passiv lernen http://www.goethe-verlag.com/book2/DE/DERU/DERU002.HTM

    Wortfelder: https://www.internetpolyglot.com/lessons-ru-de

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