Real Talk – Über WCs, Gäste beim Duschen und andere Scheiße

Ein typisches und relativ sauberes und erhöhtes süd-ost-asiatisches Klo. Hier ist sogar nur die Ski-Fahrer-Haltung möglich.

Das Nomaden-Leben als Budget-Traveler hat nicht nur Sonnenseiten, obwohl es heute wieder 36°C sind. Beim Kacken machen 36°C aber keinen Spaß. Hier kommen meine Alltagsprobleme…

Da ich mit meinem Leben als Digitaler Nomade noch recht am Anfang stehe, lege ich nicht so viel Wert auf Luxus, sondern schaue, dass ich möglichst billig “überlebe”. Dass man da nicht immer im Marina Bay Sands übernachten kann, versteht sich von selbst. Naja, nicht ganz. Ich habe einmal zumindest in der im Keller gelegenen Marina Bay

Einheimische schlafen in der Marina Bay Shopping Mall

Shopping Mall “übernachtet”. Ich war nur eine Nacht in Singapur und wollte am nächsten Tag weiterfliegen. Ich dachte mir, dass ich einfach durchmache. Allerdings sind die Sessel in dieser Shopping Mall so bequem, dass ich eingenickt bin. Die Nacht war aber kurz, denn nach einiger Zeit kam das Sicherheitspersonal und hat mich aufgeweckt. Die Anweisung lautete: Sitzen ist erlaubt, schlafen allerdings nicht. Da einem in Singapur schnell eine Prügelstrafe droht, habe ich mich dann, im Gegensatz zu den anderen Einheimischen, verzogen. Draußen an der Bayfront gab es ohnehin sehr viele Liegen, die viel besser zum Schlafen geeignet waren.

Luxus ist was Anderes

In Asien gibt es einige Überraschungen im Alltag eines Backpackers. Ob das Dorm mit anders als in der Hostel-App angegeben 20 anstatt 10 Betten und Stahl-Streifen anstatt Matratzen, oder die “Dusche”, welche aus einem Fass

Wo führt denn dieser Abfluss hin?

Wasser und einer Schale zum Wasserschöpfen besteht – in Fernost kann einem alles passieren. Da darf man nicht den deutschen Perfektionismus ansetzen, sondern muss gelassen und flexibel sein. Deutsche Handwerk-Standards sucht man vergebens, dafür findet man allerlei innovative Lösungen. In meinem aktuellen Hostel habe ich beispielsweise ein Waschbecken, das keinen Abfluss hat. Stattdessen wurde einfach ein Rohr zum nächstgelegenen Abfluss im Fußboden gelegt. Dass man nach 10 Sekunden Händewaschen nasse Füße bekommt, hat der Architekt nicht bedacht. Nach 10 Sekunden übrigens erst, weil hier häufig – selbst in höherwertigen Etablissements – ein sehr niedriger Wasserdruck herrscht, sodass sogar das Händewaschen mangels genügend Wassers etwas länger dauert.

Kulturschock: Asiatische Klos

Ich wusste ja bereits vor meiner Reise, dass es in Asien häufig nur Bodenlöcher als Toiletten gibt. Sitz-Toiletten sind eher ein westliches Kulturgut. So haben etwa im Haus meiner Studenten-WG auch arabische Flüchtlinge gewohnt. Diese haben es auch vermieden sich auf die Toiletten hinzusetzen. Denn sie kannten aus ihrer Heimat keine Sitz-Klos. Aus ihrer Kultur gesehen, waren diese Sitz-Klos ekelhaft. Und zugegeben, im Prinzip ist es auch etwas unhygienisch sich dorthin zu setzen, wo schon einmal jemand anderes vorher mit seinem Schweiß-Arsch saß. Dabei spielt es im Prinzip gar keine Rolle, ob man zu Hause aufs Klo geht oder eine ekelhafte Bahnhofstoilette besucht. Obwohl ich also dieses Wissen bereits hatte, musste ich es irgendwie verdrängt haben. Denn der Schock war dann groß, als ich zum ersten Mal in Malaysia groß musste. Obwohl ich am Internationalen Flughafen von Kuala Lumpur war, schien es nur asiatische Hock-Toiletten im Boden zu geben: Wie soll das gehen? Wie schaffen das die alten Leute? Hoffentlich rutsche ich nicht aus! Was mache ich, wenn mir vor dem Ende einer längeren Sitzung die Haltung unbequem wird?

Klo-Anleitung

Letztlich findet sich dann aber doch immer ein westliches Klo. Viele Einheimische wissen aber nicht, wie man diese benutzt. So finden sich häufig Schuhabdrücke auf den Klobrillen. Manche Toiletten halten allerdings den akrobatischen Experimenten der Einheimischen nicht stand, so dass sie abgebrochen sind. Man stelle sich das nur mal vor: Da ist gerade einer am Kacken und auf einmal bricht ihm das Klo unter seinen Füßen weg. Fatal! Aber auch selbst schuld…

Klopapier? Fehlanzeige! In Asien benutzt man vorwiegend eine kleine Wasserspritzpistole, um sich den Allerwertesten abzuduschen. Irgendwie schaffen es die Asiaten aber immer, damit das ganze Bad unter Wasser zu

Hightech-Klo

setzen. Ekelhaft, wenn man bedenkt, dass man da durch anderer Leute Arschwasser laufen muss. Und wenn man dann beim Stuhlgang die Hose runterlässt, landet sie direkt in einer Pfütze! Und da sowieso immer alles unter Wasser steht, sind die Duschen gleich mit in den Toiletten-Raum eingebaut ohne jegliche Absenkung oder Duschwand. Manchmal aber hat man Glück und findet Klopapier. Dieses darf man jedoch in vielen Ländern auf keinen Fall runterspülen, sondern muss es in die manchmal vorhandenen Mülleimer neben der Toilette werfen. Um aber fair zu bleiben, muss ich auch erwähnen, dass es an manchen Orten richtige High-Tech-Toiletten gibt. Die haben eine integrierte Reinigungsdüse und Fön.

Es gibt teilweise echt schlimme Sanitäranlagen in Asien. Manche dieser kosten sogar Eintritt. Allerdings ist der Preis nicht so hoch wie bei manchen deutschen Toiletten. Wer beispielsweise meint, dass Flugzeug-Toiletten eng sind, der war wohl noch nie in einem thailändischen Nacht-Fernbus auf dem Klo. Die haben etwa ein Drittel der Größe von der Flugzeugvariante. Ein anderer Reisender hat mir sogar von einer öffentlichen Toilette erzählt, wo die Exkremente durch einen im Boden eingelassenen Kanal zu den anderen Klos weiterfließen um dann letztlich raus in den Abfluss zu gelangen. Dort hätte man bei der Sitzung die Ergebnisse vom Nachbarn vorbei schwimmen sehen können.

Exotische Düfte

In Asien gibt es überall viele Regenrinnen am Straßenrand. Und auch die Kanalisation ist viel aufnahmefähiger als in

ÖPNV Bangkok

Europa. Denn wenn es in Asien regnet, dann ist eine Dusche häufig eine Trockenkammer dagegen. Mein Verdacht ist, da es an vielen Orten und besonders in großen Städten sehr stinkt, dass auch die Toiletten direkt mit diesem Abflusssystem verbunden sind. Alles fließt dann letztlich in die Flüsse. In Bangkok gibt es auch überall solche Stadtflüsse. Es gibt dort ein ganzes Netz von Wasserkanälen in der Stadt. Auf diesen fahren auch Boote für den Personennahverkehr. Diese sind besser als die Busse, da diese in Bangkok immer im Stau stehen. Man kommt mit den Booten viel schneller voran. Allerdings spritzen einem darin manchmal trotz Spritzerschutz Teile von diesem Dreckwasser ins Gesicht. Das ist dann besonders eklig, wenn man meiner Theorie des Abwassersystems glaubt. Apropos Scheiße, in Thailand habe ich bei jedem dritten Stuhlgang Dünnpfiff. Das ist auch so eine Realität, die man in keinem Reiseprospekt erwähnt wird. Besonders blöd, wenn man dann nur eine der erwähnten Hock-Toiletten findet. Woran liegt das und wieso gewöhnt sich mein Darm nicht daran? Ein Deutscher, der nun schon über einem Jahr in Bangkok lebt, konnte mir auch nicht sagen, woran es liegt, nur dass es mit der Zeit auch nicht besser wird. Er hat noch nicht herausfiltern können, was die Ursache dafür ist. Vermutlich liegt es am Straßen-Food.

Frosch in Dusche

Interessante Gäste beim Duschen

Spannend in Asien ist es, wenn man duscht. Dort hat man ja meistens ein paar Minuten und kann sich in Ruhe die Umgebung anschauen. Häufig sieht man dann allerlei Tiere, ob kriechend, hüpfend oder krabbelnd. Frösche, Ameisen, Eidechsen oder Käfer – alles ist hier anzutreffen. Wenn man in der richtigen Gegend wohnt, kann es sogar sein, dass draußen vor dem Fenster Affen herumturnen. Moskitos kommen gnädiger Weise nur nachts. Viele Duschen sind kalt, obwohl das asiatische kalt immer noch nach deutschen Gewohnheiten warm ist. Manche Duschen haben auch ein

Strom oder kein Strom? Das ist hier die Frage.

Wassererhitzer. Diese sind elektrisch betrieben und erhitzen das Wasser direkt, bevor es aus der Dusche kommt. In Brasilien habe ich es sogar schon einmal erlebt, dass dann überall in der Duschkabine Kabel herumhingen. Auch wenn ich Bürokratie und Vorschriften verabscheue, so vermisse ich doch den deutschen Standard und Perfektionismus in solchen Situationen. Wenn selbst auf einer Fußgänger-Brücke Stromkabel auf Brusthöhe hängen, dann denkt man sich: Ist es jetzt meine deutsche Kultur und Prägung, dass ich so pedantisch bin oder hat hier jemand mal so richtig nicht nachgedacht?

Was meinst Du? Was waren Deine schockierendsten Erlebnisse im Ausland? Bist Du vielleicht selbst Backpacker und hast Tipps, die Du mit uns teilen möchtest? Dann schreib einfach unten einen Kommentar!

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  • Afristar sagt:

    mein schockierendstes Erlebnis? Essen mit Sklavenhaltern in Zaire.

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