Digitaler Nomade und trotzdem gut versichert? – Wie ich günstiger als in Deutschland weltweit abgesichert bin

Dieses Kunstwerk habe ich in einem Hostel fotografiert, das u.a. auch für Tauch-Touren geworben hat :-D

Dieses Kunstwerk habe ich in einem Hostel fotografiert, das u.a. auch für Tauch-Touren geworben hat 😀

Da oft gefragt, gebe ich hier mal Auskunft über meine persönliche Versicherungsstrategie als Weltreisender. Mit meinen gemachten Erfahrungen kannst Du viel Zeit und Geld sparen.

Ach ja, die medizinische Versorgung… eine der größten Ängste vieler Menschen, die auf ewig in Deutschland bleiben. Viele Leute fragen mich immer wieder voller Unglauben, ob ich denn überhaupt im Ausland gut versichert sei und was ich denn machen würde, wenn ich mal krank werden sollte. In der Fantasie vieler scheinen die tollen Palmen-Strände der Welt nur so von Haien, wie in dem Bild oben, belagert zu sein, wobei das nächste Krankenhaus natürlich immer 500 km entfernt ist und mehr einem Feldlazarett gleicht. Keine Sorge, die Realität sieht anders aus 😉 Deswegen kommen jetzt hier meine persönlichen Tipps rund um das Thema Versicherungen.

Zunächst ist einmal festzuhalten, dass jeder sich selbst Gedanken darüber machen muss, welche Versicherungen er für seine eigene Situation als angemessen empfindet. Gerade der typische Deutsche möchte ja am liebsten gegen alles abgedeckt sein. Als aus Deutschland abgemeldeter Nomade, der maximale Freiheit für sein eigenes Leben erlangen möchte, sollte man jedoch von dieser übertriebenen Sicherheitsmentalität wegkommen.

Wer in Angst lebt oder jede Gefahr ausschließen will, mag zwar äußerlich Freiheit zur Schau stellen, ist aber innerlich (noch) nicht befreit.

An sich sind Versicherungen auch nicht unbedingt nötig. Ich empfehle jedoch eine internationale Krankenversicherung sowie internationale Haftpflichtversicherung. Erstere ist sicherlich und gerade in jungen Jahren kein Muss, für mich aber eine Frage der Weisheit.

Internationale Haftpflicht

Fangen wir mal mit der Haftpflicht an. Kosten für diese sind verhältnismäßig gering, ein möglicher Schadensfall jedoch potentiell sehr hoch. Ich bin daher Mitglied bei den Haftpflicht-Helden. Auch wenn diese im Verhältnis zu anderen deutschen Haftpflichtversicherung relativ teuer sind, so fällt dies in einer solchen Preisklasse kaum ins Gewicht. Dann verzichtet man eben einmal auf einen Döner im Monat. Dafür ist diese Versicherung auf Nomaden spezialisiert und bietet im Gegensatz zu gewöhnlichen Haftpflicht-Versicherungen eine weltweite Abdeckung bei besten Leistungen.

Internationale Krankenversicherung

Wenn Du wirklich dauerhaft aus Deutschland abgemeldet bist und einen nomadischen Lebensstil verfolgst, solltest Du nicht einfach nur eine Reiseversicherung für wenige Jahre abschließen, sondern eine richtige internationale Krankenversicherung. Anderenfalls verlierst Du bei schlimmen Krankheiten noch nach Ablauf der Frist den Versicherungsschutz.

Ich möchte jetzt keine aufwändigen Vergleiche anstellen. Letztlich musst Du selbst schauen, wie und was Du versichern möchtest. Wenn Du jedoch wie in Deutschland All-you-can-Arzt bevorzugst, empfehle ich Dir meinen Tarif CoGenio Top bei der Globality Health, den man exklusiv über den Verein „Deutsche im Ausland“ abschließen kann. Für diesen teuersten Tarif zahle ich als 28-jähriger, gesunder Mann monatlich 241 Euro. Dies ist zwar teurer als andere internationale Krankenversicherungstarife, die Abzüge und hohe Selbstbeteiligungen haben, dafür kann ich aber jederzeit zum Arzt und habe nur eine geringe Selbstbeteiligung. Diese private Krankenversicherung ist besser und günstiger als meine ehemalige gesetzliche Krankenkasse in Deutschland und ich zahle sogar weniger im Vergleich zu meiner vormaligen durchschnittlichen Gehaltsstufe. Dafür habe ich nun endlich 1.Klasse-Medizin und bin weltweit versichert. Eine Ausnahme sind hier die USA, die bei allen Versicherern den Preis enorm in die Höhe katapultieren. Wenn Du also häufig in den USA sein möchtest, solltest Du Dir dort einen lokalen Versicherer suchen oder ansonsten für die USA-Trips eine temporäre Reiseversicherung abschließen.

Bei der Buchung des Tarifs empfiehlt es sich ein Land als Hauptaufenthalt anzugeben (auch Nomaden müssen ein Land wählen), das günstig ist. Dies drückt den Preis noch einmal deutlich. Bestenfalls schließt man die Versicherung schon ab, wenn man noch in Deutschland gemeldet ist. So hat man keine zeitliche Deckungslücke und man kann gegebenenfalls Protokolle von dem alten Versicherer anfordern, da diese sehr sicher bei der Anmeldung vom neuen Versicherer gefordert werden. Dies ist generell die zeitaufwändigste Tätigkeit bei den Vorbereitungen des Auswanderns. Fange am besten zeitnah damit an und fordere von Deinem derzeitigen Versicherer ein Protokoll Deiner Arztbesuche der letzten 3 Jahre. Auch wenn diese Dich vielleicht erst einmal abwimmeln wollen, bleib stur! Mir haben sie dann letztlich auch ausführliche Protokolle zukommen lassen. Diese müssen sie ja auch haben, schließlich zahlen sie die Arztbesuche. Aber sei getrost: Dieser Papierkrieg ist wohl einer Deiner Letzten 😉

Meine Meinung zu weiteren Versicherungen

Reiserücktritt

Wann immer Du einen Urlaub oder Flug buchst, werden Dir Reiserücktrittsversicherungen angeboten. Ich persönlich nehme diese nie in Anspruch. Zum einen bieten viele Kreditkarten eine solche schon als Bonus-Service an, zum anderen kann man mit den richtigen Tricks ohnehin schon sehr günstig fliegen. Wenn man dann doch mal einen Flug nicht antreten kann, ist das auch kein Weltuntergang mehr.

Rechtsschutz

Wenn Dein Hobby jetzt nicht gerade das Verklagen von unliebsamen Zeitgenossen ist und Du Dich sonst auch anständig verhältst, wirst Du eine meist sehr teure (internationale) Rechtsschutzversicherung nicht brauchen. Für Dein Business mag es je nach Geschäftsbereich vielleicht eine Überlegung wert sein, in solch eine Versicherung zu investieren.

Diebstahl

Ja, ich bin manchmal schon etwas paranoid, wenn es um meinen Rucksack geht. Auch wenn es nicht viel ist, trage ich immerhin ständig meinen gesamten Besitz mit mir herum. Wenn dieser gestohlen werden würde, wäre aber der Schaden, der mir durch Stress entsteht höher als der Finanzielle. Wenn Du also auch Nomade sein möchtest, ist es gut immer 1000 Euro für den Notfall in Reserve zu haben. Laut meinen intensiven Recherchen lohnt sich aber eine teure Diebstahl-Versicherung nicht. Es sei denn Du bist Diamanten-Händler in einer brasilianischen Favela und schleppst immer wertvolles Zeug mit Dir herum. Ich wurde in meinem Jahr des Nomaden-Lifestyles jedoch noch nie bestohlen.

Medizin-Tourismus

Für all diejenigen, die bei der Krankenversicherung sparen wollen oder auch für in Deutschland Bleibende, die mit den Leistungen des deutschen Gesundheitssystems unzufrieden sind, bieten sich durch Medizin-Tourismus einige Möglichkeiten.

Wie wäre es? Urlaub unter Palmen in Thailand und nebenbei noch günstig die Zähne machen lassen? Wieso nicht anstatt für tausende Euros sich in Deutschland behandeln zu lassen, lieber nur hunderte Euros in anderen Ländern zahlen und zudem noch einen tollen Urlaub genießen? Und das bei bester Qualität mit teils in westlichen Ländern ausgebildeten Ärzten und gutem Pflegedienst im Krankenhaus! Ein Traum? Nein, eine dank Globalisierung für jedermann mögliche Option!

Wer bezüglich der günstigsten und besten medizinischen Angebote weltweit einen Überblick erlangen möchte, dem empfehle ich den „ultimativen Guide für den Medizinischen Tourismus“ vom Nomaden-Kollegen Christoph Heuermann.

Du bist auch Nomade? Was ist Deine Versicherungsstrategie? Kennst Du noch bessere Versicherer? Oder hast Du noch weitere Fragen? Dann scheue Dich nicht und schreibe unten einen Kommentar!

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