An alle angehenden Nomaden – Hier ist mein Mutmacher für Euch

Meine bisherigen Reisen als Digitaler Nomade

Meine bisherigen Reisen als Digitaler Nomade

Wie ich letztes Jahr ohne große Rücklagen in ein Leben der Freiheit gewechselt bin und wie Du das ganz gewiss auch kannst…

Oft schreiben mich alte Bekannte in Facebook an, die anhand meiner privaten Fotos auf meiner Timeline offensichtlich mitbekommen haben, dass ich alle paar Wochen von einem anderen Ort der Welt schreibe. Sie fragen mich ganz ungläubig und doch sehr neugierig, ob ich im Lotto gewonnen hätte. Nein, das habe ich sicherlich nicht. Tatsächlich komme ich mit viel weniger Geld aus als damals in Deutschland in meiner Studentenzeit. Und ja, ich hatte die ersten Monate etwas Bange, ob das alles so wird, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber nun, nach einem dreiviertel Jahr, kann ich beruhigt sagen, dass alles halb so wild ist. Ja, ich möchte Dir Unentschlossenen Mut machen. Brech aus dem Hamsterrad aus! Es ist einfacher als Du denkst.

Harte Fakten: Geld und Kosten

Aber jetzt mal zu den harten Fakten: Wie klappt das finanziell? Schauen wir uns dazu mal einen Vergleich von einer typischen deutschen Stadt mit einer Megametropole in beispielsweise Südostasien an. Dazu habe ich einmal den Preisvergleichsdienst Numbeo zu Rate gezogen und dort meinen ehemaligen Studienort Gießen sowie Bangkok als Vergleichswert eingegeben. Hierbei sei erwähnt, dass Gießen trotz eines sehr hohen Anteils an Studenten ein eher langweiliger Ort ist, wobei einem in der Weltmetropole Bangkok nichts fehlt. Selbst ein guter Strand ist dort in Reichweite. Zu dem Verfassungszeitpunkt dieses Artikels spuckt mir Numbeo Vergleichszahlen aus, nach denen Bangkok in den meisten Lebensbereichen über die Hälfte billiger ist als Gießen. Eine wichtige Kennzahl ist hierbei immer durchschnittliche Nettolohn einer Stadt. Denn hieran lässt sich ablesen, wieviel man verdienen muss um wie ein normaler Bürger dieser Stadt leben zu können. So lebt der durchschnittliche Gießener von 2066 EUR während das Durchschnittseinkommen in Bangkok nur 598 beträgt. Als neuer Nomade hat man ja noch nicht so hohe Ansprüche, weshalb man hier noch einmal ordentlich etwas abziehen kann. Aber um ein Preisgefühl zu bekommen, ist diese Information schon einmal sehr wertvoll. Es heißt konkret: Wenn ich im Monat nur 600 Euro verdiene, kann ich in Bangkok ungefähr so gut leben wie jemand mit 2000 Euro in Gießen. Natürlich hat in Bangkok nicht alles deutsche Standards, aber es ist auch kein Slum. Man lebt sehr gut in Bangkok. Was das Materielle angeht, lebt man dort sicherlich sogar besser als in Gießen. Aber hier sei auch erwähnt, dass Bangkok nicht gerade der billigste Ort in Südostasien ist. Wer es darauf anlegt, kann dort noch viel günstiger leben.

Angenommen Du bist gewillt am Anfang Deines Nomadentums richtig Gas zu geben und arbeitest wie zu Hause in Deutschland eine normale 40-Stunden-Woche. Dies wären dann etwa 160 Stunden im Monat. Bei 600 Euro zu erzielendes Einkommen sind das unter 4 Euro Stundenlohn.

Geoarbitrage heißt das Zauberwort

Aber man muss ja in Bangkok nicht arbeiten, sondern Ziel des Digitalen Nomaden ist es ja, nur mit Laptop im Gepäck über das Internet Geld zu verdienen. Und ganz ehrlich, welcher Deutsche sollte es nicht schaffen, 4 Euro die Stunde zu verdienen? Klar, die Konkurrenz auf Online-Jobbörsen (siehe hierzu die Liberated.blog Links & Tools) ist groß. Aber Dein großer Vorteil gegenüber den Indern und Mexikanern ist, dass Du durch Deine Ausbildung und aufgrund der kulturellen und sprachlichen Nähe viel eher einen Job aus Deinem Heimatland abgreifen kannst. Und Du musst noch nicht einmal der Computer-Nerd sein. Häufig reicht es schon, wenn Du Excel oder eine Suchmaschine bedienen kannst, um etwa Recherche- oder Dateneingabe-Jobs zu erledigen. Und wenn Du sowieso schon auf Facebook und co. unterwegs bist, bietet sich vielleicht auch ein Dienst als Social-Media-Verwalter an. Und nur weil Du in Deutschland hier keinen Job bekommen würdest, heißt das nicht, dass Du nicht doch aus Thailand für nur 4 Euro Stundenlohn doch so einen Job in Deutschland ergattern kannst. Das hohe Lohnniveau in Deutschland hält natürlich viele Unternehmer davon ab, solche Jobs anzubieten. Aber wenn sie für so wenig Mehrkosten die Verwaltung ihrer kompletten Sozialen Medien an Dich auslagern können, sind sicherlich mehr Unternehmer dazu bereit. Hier erfährst Du noch mehr Ideen, wie Du ortsunabhängig Geld verdienen kannst. Das weltweiten Preisgefälle nennt sich Geoarbitrage. Und Du kannst es zu Deinem Vorteil nutzen!

Überleben allein aus Krypto-Rendite

Ich selbst bin Software-Entwickler und arbeite auch für Kunden in Europa. Dabei verdient man natürlich mehr. Theoretisch müsste ich nur einmal kurz pro Woche arbeiten. Aufträge habe ich auch genug. Allerdings erwarten meine Kunden eine gescheite Rechnung, weshalb ich derzeit noch ein Unternehmen gründe, um diese Rechnungen ausstellen zu können. Bisher habe ich also das verdiente Geld noch nicht auf meinem Konto erhalten, sondern besitze es nur auf dem Papier. Um es klar zu sagen: Ich habe seit Dezember noch kein aus eigener Arbeit verdientes Geld erhalten. Aber wie gesagt: Das Leben als Nomade ist leicht und man überlebt ziemlich einfach. Meine Lösung für die letzten Monate waren Kryptowährungen. Um zu verdeutlichen, wieviel man mit Kryptowährungen derzeit verdienen kann, nehmen wir nur einmal die gesamte Marktkapitalisierung und schauen uns das Wachstum an. Dieses Jahr ist der Krypto-Markt im Durchschnitt jeden Monat um 25% gestiegen. Wie gesagt, der Markt an sich und nicht die High-Performer unter den Krypto-Währungen! Wenn man also in den Markt gestreut investiert und noch nicht einmal tradet, kann man sich jeden Monat über eine Rendite von 25% freuen. Um durch Krypto-Rendite die besagten 600 Euro monatliches Einkommen zu erreichen, bedarf es also nur einer Investition von etwa 2600 Euro. Sagen wir 3000 Euro um auch mal einen schlechten Monat abfedern zu können. Wer in Deutschland etwas sparsam lebt und fleißig arbeitet, hat diese Summe innerhalb weniger Monate auf der hohen Kante. Wenn Du also 3000 Euro Startkapital hast, steht einem Nomadenleben nichts mehr im Wege. Beachte, dass Du bei diesem Beispiel gar nicht mehr arbeiten musst. Du hast also 100% Freizeit bzw. kannst die Zeit nutzen um ein eigenes Online-Business aufzubauen, falls irgendwann einmal nicht mehr so viel Rendite abfällt. Du siehst, es gibt immer Wege.

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Ich hoffe ich konnte Dir Mut machen. Falls Du nun auch konkrete Schritte einleiten willst, um möglichst bald aus dem System auszusteigen, habe ich Dir hier eine Checkliste erstellt. Wenn Dich jedoch noch Sorgen plagen, dann schau Dich einfach weiter hier auf dem Liberated.blog um. Vielleicht kann Dir auch eine individuelle Beratung weiterhelfen. Fang jetzt an!

Welche Sorgen und Ängste beschäftigen Dich noch? Konnte ich Dich motivieren? Wann möchtest Du den Schritt in die Freiheit wagen? Oder bist Du vielleicht schon ausgestiegen und kannst uns Deine besten Tipps verraten? Schreibe doch gerne unten einen Kommentar.

Nachtrag (02. September 2017):

Hier noch eine kleine Anekdote, die vielleicht auch veranschaulichen kann, was alles möglich ist: Als ich letztes Jahr am Frankfurter Flughafen mein Leben als Nomade antreten wollte, habe ich mich im Terminal noch mit einem obdachlosen Flaschensammler unterhalten. Dieser hat natürlich kurz vor der Sicherhheitskontrolle eine gute Ausbeute an Pfandflaschen gemacht. Dank seiner guten Kontakte zu dem Sicherheitspersonal, hatte er auch ein kleines Monopol an den “Ausleer-Rechten” am dortigen Müll. Er berichtete mir, wie er immer ein paar Monate in Deutschland Flaschen sammelt (und zwar sehr engagiert und wahrscheinlich nicht nur 40 Stunden pro Woche) und von dem Verdienst den Rest des Jahres in günstigen Ländern wie Thailand lebt. Es ist sicherlich nicht der schönste Job, aber auch er hat erfolgreich seine Nische gefunden.

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  • Paul Emme sagt:

    598 € sind bei dem momentanen Kurs von 39 Baht stolze 23.322 Baht. Läge der Kurs bei 45 Baht, wie in vielen Jahren früher, wären es sogar fast 27.000 THB. Welcher Thai verdient denn in Bangkok soviel Geld? Nur die, die bei einer westlichen Firma arbeiten und noch dazu eine höhere Qualitfikation haben. Die meisten Thais in BKK und erst recht im übrigen Thailand wären froh, wenn sie die Hälfte davon jeden Monat nach Hause tragen könnten.

    Ferner wurde auch hier die Rechnung ohne den Wirt gemacht: 1. Um länger in Thailand oder anderswo LEGAL leben zu können, benötigt man einen entsprechenden Aufenthaltsstatus. Eine Work Licence bekommt niemand für ein Online-Business im weltweiten Netz. Und alle paar Wochen Aus- und wieder Einreisen (“Visa Run”) ist mittlerweile auch kaum noch möglich und wird sicherlich noch weiter erschwert werden.

    2. Sehr viele Farangs vergessen in ihren Budget-Planungen die Kosten für eine volle Krankenversicherung. Entweder hast du noch eine KV in Deutschland, dann brauchst du eine Ergänzung für Thailand. Bis zum 60. oder 65. Lebensjahr sind die u. U. für kurze Aufenthalte bis zu ca. 50 Tagen pro Reise sehr günstig, für Daueraufenthalte aber schon deutlich teurer. Und für die Älteren werden sie schnell unerschwinglich oder sie kriegen erst gar keine mehr, wenn es zu viele Vorerkrankungen gibt.

    3. Der Kryptoboom ist im Moment da und begann erst vor knapp 1,5 Jahren. Doch keiner kann dir garantieren, dass es nächstes Jahr oder in drei Jahren noch so ähnlich weiter geht. Mir kommt der Verweis darauf bekannt vor. 1998 bis 2001 rannten in D. die Finanzgenies und -Berater zu den Kunden und drehten ihnen Fonds und Aktien an mit waghalsigen Finanzkronstrukten. Wer eine Immobilie kaufte, dem wurde gesagt, “Tilgung? Das hat man früher gemacht, heute kauft man Aktien und die steigen über Nacht und jeden Tag und davon bezahlst du irgendwann dein Haus locker ab.” Doch 2002 kam der dot.com-Crash und 2008 der Immoblasen-Crash in den USA und die Weltfinanzkrise und die schönen Aktien hatten nur noch einen Bruchteil ihres Wertes aus dem Jahr 2000.

    Dennoch finde ich die Grundidee gut und mit einem größeren Aufwand und mehr Schwierigkeiten auch umsetzbar: Ins Ausland gehen und online Geld verdienen. Allerdings scheitern 98 % der Online-Enterpreneure heißt es. Also, wenn du dein Business in D. online zum Laufen gebracht hast, kannst du übers Reisen oder Auswandern nachdenken, sicherheitshalber beser nicht umgekehrt.

    • admin sagt:

      Hallo Paul,

      erstmal danke für Deine ausführliche Kritik. Deine Punkte sind alle berechtigt, lass mich sie jedoch einmal etwas aus Sicht meines Lebensmodells beleuchten. Ich denke einiges der Kritik relativiert sich, wenn man den Kontext meines Blogs beachtet.

      Zu Deinem 1. Punkt: Ich bin leider nicht so sehr im Bilde, was die Thais tatsächlich verdienen. Vielleicht ist es auch in Bangkok tatsächlich so, dass einige wenige sehr Reiche den Schnitt dramatisch anheben. Aber vielleicht liegt auch Numbeo einfach falsch. Wäre dies so, wird mein Punkt aber noch deutlicher, denn dann wären 600 Euro ja nochmal gefühlt viel mehr oder anders herum: Man kann mit wesentlich weniger Einkommen in Thailand überleben. Ich hatte ja auch erwähnt, dass Bangkok noch relativ teuer ist. Das bestätigst Du. Und das bestätigt, dass man außerhalb von Bangkok noch besser überleben kann (natürlich dann nicht in Koh Samui oder so, da ist gewiss alles teuer). In anderen Ländern in der Region ist das Leben ebenfalls sehr günstig oder günstiger. Mein Konzept ist derzeit das Perpetual Traveling und das rate ich jedem Neueinsteiger: https://de.liberated.blog/blog/digitaler-nomade/
      Ist man immer unterwegs, dann erübrigt sich Dein sehr berechtigter Einwand mit dem Visum. Ich bin zum Beispiel dieses Jahr nur 2 mal in Thailand. Und das zweite mal steht nächste Woche an und war eigentlich ursprünglich gar nicht geplant gewesen. Mein Artikel sollte nur das Prinzip verdeutlichen und daher habe ich das stereotypische Land gewählt, was einem immer gleich bei Nomaden einfällt^^

      Zu Deinem 2. Punkt: Ja, eine vollwertige internationale Krankenversicherung sollte jeder haben. Das ist ebenfalls ein sehr berechtigter Punkt. Und ja, mit dem Alter und bei Vorerkrankungen wird es schwieriger. Vielleicht schreibe ich demnächst mal einen ausführlichen Artikel über die Krankenversicherungsfrage. Die ist sehr entscheidend. Meine KV (alles wie in Deutschland Flatrate-mäßig abgedeckt) kostet mich etwa 250 Euro im Monat. Und da ist wie gesagt schon alles drinnen. Theoretisch würde es sich sogar lohnen nur schwerwiegende Fälle zu versichern, was das ganze noch einmal wesentlich günstiger macht. “Normale” Arztbesuche in Thailand kann man auch mal so bezahlen, sofern sie nicht zu häufig geschehen. Mit 600 Euro sollte das aber funktionieren. Ich habe es mit diesem Budget zu meiner Anfangszeit als Nomade in Asien auch geschafft trotz Versicherung.

      Zu Deinem 3. Punkt: Richtig, der Kryptoboom kann auch ganz schnell erstmal (vorläufig) vorbei sein. Deswegen sage ich ja auch in meinem Artikel, dass dies nur Zeit einkäuft, man sich aber dennoch besser nicht darauf verlässt, sondern am eigenen Online-Business arbeiten soll. Als ergänzende Einkommensquelle sind Kryptos aber derzeit sehr gut. Und ich lebe sogar derzeit ausschließlich davon. An Tagen wie heute (10-20% Kurssturz) wird man aber immer wieder erinnert, eben nicht den faulen Lenz zu machen. Auch Dein 3. Punkt ist somit sehr berechtigt. Allerdings würde ich beim Kryptomarkt noch einen anderen Aspekt betrachten, der sehr entscheidend sein könnte. Während alle wirtschaftlichen Blasen der letzten Jahrzehnte zumindestens indirekt durch das korrupte Geldsystem (https://de.liberated.blog/blog/aufklaerung-bankenkartell/) mit den Zentralbanken an der Spitze ausgelöst wurden, könnten die Kryptos der historische Todesstoß für diese Art von System sein (https://de.liberated.blog/blog/gruende-fuer-kryptowaehrungen/). Es kann sein, dass diese Kryptoblase eben auch wieder durch die Zentralbanken aufgepumpt werden, hierbei könnten sie sich aber den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen (Geldmonopol). Dementsprechend fungieren die Kryptos wie historisch gesehen das Gold: Wenn das System crasht, ist es der sichere Hafen, der nach oben schießt. Ich investiere aus Prinzip in Kryptos. Selbst wenn ich jetzt nicht so viel davon hätte, möchte ich dieses Geld der Zukunft unterstützen und rate jedem dazu. Der gute Nebenverdienst ist aktuell sehr nützlich (und ich sehe noch gute Aussichten für die nähere Zukunft), also rate ich jedem diese Chance auch zu ergreifen.

      Du hast recht, wenn Du schreibst, dass sehr viele Leute scheitern. Und Du hast recht damit, dass wenn man schon ein in Deutschland laufendes Business hat, dass dann der Schritt ins Ausland einfacher ist. Ich habe allerdings eine andere Strategie angewendet. Ich habe mir gedacht: “Dennis, in Deutschland kriegst Du auf die schnelle kein gutes Business auf die Reihe (Bürokratie, extrem hohe Lebenskosten usw.). Also werde doch digitaler Nomade und lebe dementsprechend sparsam, dann klappt es auch einfacher. Zudem kannst Du dann auch den Strand genießen und musst nicht erfrieren. Und Deine Motivation ist größer, da Du einen gewissen zeitlichen Druck hast (Ersparnisse schmelzen dahin) und komplett auf Dich alleine gestellt bist (keine staatlichen Subventionen).” Die Frage ist, ob die Sicherheitsmentalität, die man in Deutschland natürlich großartig züchten und nähren kann, wirklich die beste Mentalität ist, wenn man ein erfolgreiches Business starten möchte. Aber ich verstehe Deine Bedenken, die habe ich natürlich auch alle gehabt. Deswegen ja auch dieser Artikel. Ich kann die Leute nur motivieren: Work hard, play hard und reißt das Ding! Es finden sich immer Wege.

      Danke für Deine Kritik. Ich hoffe, ich konnte ihr etwas entgegenhalten.

  • Paul Emme sagt:

    Okay, das ist schon richtig, dass ich meine Kritik aus dem Blickwinkel eines Auswanderers oder Auswanderers auf Zeit geschrieben habe und du ganz aus der Sicht des emsigen Dauer-Reisenden, der sich nur begrenzte Zeit an einem Ort aufhält. Wenn einige Wochen, besser vermutlich einige Monate zwischen den Einreisen nach Thailand liegen, wird es keine Probleme mit häufiger Wieder-Einreise geben nach dem jetzigem Stand. Und damit erübrigt sich zumindest für Thailand die Visa- bzw. Aufenthaltstitel-Frage weitgehend oder sogar ganz für PT.

    Dass deine private Krankenversicherung dir nur 250 € pro Monat kostet, finde ich erstaunlich für eine KV mit uneingeschränkter Weltgeltung. Auch gültig für extrem teure Länder wie die USA und Canada, vermutlich nicht? Der “Trick” für den günstigen Abschluss einer PKV liegt ja einfach darin, diese möglichst schon als Baby abzuschließen, denn die Beiträge gehen ja vor allem nach der Formel “Je jünger, desto weniger” bzw. “Je älter, desto mehr”. Und damit liegt es weitgehend am Einzelfall, ob es billig oder teuer wird. Wer erst mit 45 oder 50 auf Dauer-Weltreise geht, der wird dauerhaft viel mehr berappen müssen, falls er vorher gesetzlich versichert und erstmals eine PKV abschließt. Ja, einen Beitrag zu Krankenversicherungen für PTs wäre sinnvoll und interessant.

    Ich hatte es im Hinterkopf, aber nichts dazu geschrieben, dass in der Tat der Druck erfolgreich zu werden mit einem Online-Business, bei laufendem Einkommen oder sonstwie abgesichert in D. sicherlich deutlich geringer ausfällt. Ein Aspekt, der nicht zu unterschätzen is! In ähnliche Richtung geht der Gedanke, dass risikofreudige und optimistische Menschen eher unter Druck und bei schwindenden Ressourcen irgendwo in Asien erfolgreich werden und sich über Wasser halten können. Während vorsichtigere und skeptischere Menschen eher lange am Wohnsitz D. festhalten und dennoch oft nichts auf die Reihe kriegen und den Zeitpunkt für den Start immer weiter hinaus schieben, weil die materiellen Voraussetzungen nicht gegeben zu sein scheinen. Ich spreche da aus eigener leidvoller Erfahrung. Erfolg ist sicher vielfach eine Frage der Persönlichkeit und Mentalität und weniger der objektiven Voraussetzungen. Und damit verbunden: auch eine Frage des Alters, nach meiner Erfahrung.

    In den Süd-Ost-Asien- oder Thailand-Foren im Netz, in Facebook-Gruppen und in der deutschen, englischen oder den Presse-Organe anderer Expats wird regelmäßig die Frage diskutiert, mit wieviel Geld man gut in Thailand etc. leben kann. Selbstverständlich gehen die Meingungen auch hier weit auseinander. Der Tenor ist jedoch, dass 500 oder 600 € zwar zum Über-Leben in Thailand gerade so reichen mögen, aber eben nicht zum Leben. Vor allem nicht zu einem Leben nach eher westlichem Standard. Wer wie die große Mehrheit der Thais leben mag, der kommt mit 600 € gut zurecht. Wer aber allein schon Wert auf eine Bleibe legt, die unteren bis mittleren westlichen Standard erreicht, der wird in BKK oder in den Urlaubs-Regionen schnell mindestens 10.000 THB und deutlich mehr hinlegen müssen. Mal kurz überschlagen, 250 € für die PKV und 250 € für eine Wohnung., dass sind doch schon alleine dafür 500 €!? Im übrigen Thailand mit weniger Ausländer-Dichte oder dem Isaan kann man sicherlich deutlich günstiger davon kommen.

    Doch auch hier lautet wieder die Frage, ist das dann ein angenehmes Leben dort oder lediglich ein Überleben, weil es zu mehr nicht reicht? Viele der älteren Expats in Thailand und das ist allein schon wegen der Visa-Frage, die große Mehrheit, Über-Leben eher etwas oberhalb des Existenzminimums in Thailand oder auch in Kambodscha. Wären sie in D. verblieben, würden es ihnen materiell allerdings noch schlechter gehen.

    • admin sagt:

      Danke Paul für Deinen weiteren Kommentar.
      Ja, es stimmt. USA ist in meiner KV nicht inklusiv. Kanada allerdings schon. Es ist aber Standard, dass USA einen Zuschlag bedeutet. Wer nicht häufig dort hin fährt, sollte dieses eine Land dann eben auslassen und gegebenenfalls eine Reiseversicherung für die paar Wochen abschließen. Das kann sonst ganz schnell mal 100 Euro mehr kosten. Alle anderen Länder sind aber inkludiert.
      Ja, auf Dauer und gerade im Alter, wenn man sich dann endlich mal auch etwas gönnen möchte, ist Thailand zwar günstig aber auch nicht gratis. Mein Artikel richtet sich aber eben an diejenigen Leute in Deutschland, die sehr wohl aufbrechen wollen und auch schon motiviert sind, aber bezüglich des Überlebens eben noch etwas Angst haben. Er richtet sich an diejenigen (ja, am besten noch jung und gesund), die auch gerne mal 2 Jahre Durststrecke in Kauf nehmen. Ich hoffe ich konnte diese Leute motivieren. Aber ich hoffe natürlich trotzdem, dass auch Expats wie Du auf meinem Blog ein paar gute Ideen und Inspirationen finden können. Ich möchte natürlich, dass jedem Menschen geholfen wird, in seiner individuellen Situation seine Freiheit zu maximieren.

  • Oliver sagt:

    Wir werden auch demnächst ( ende november) aufbrechen nach südamerika.

    Auch aus dem grund da wir einfach mehr druck brauchen als wir hier in deutschland haben, ausserdem ist es einfach um einiges schöner in der sonne zu arbeiten

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