20 Gründe für und gegen Deutschland – Warum ich ausgewandert bin

Meine Herkunft: Deutschland

Meine Herkunft: Deutschland

Viele Leute wundern sich, warum ich mich dazu entschieden habe, als Dauer-Reisender Deutschland zu verlassen. Hier habe ich einmal meine wichtigsten Gründe zusammengefasst. Wenn man viel in der Welt herumkommt, gibt es allerdings auch einiges, was man an Deutschland neu zu schätzen lernt. Daher habe ich auch ein paar Dinge zusammengetragen, die ich mittlerweile an Deutschland vermisse. Also zunächst einmal das Gute:

Dinge, die ich an Deutschland vermisse

1. Sauberkeit

Klar, auch Deutschland hat verdreckte Bahnhöfe. Aber selbst dort kann man sich fast überall hinsetzen. Das ist nicht selbstverständlich.

2. Döner

Es gibt einfach keine bessere Mahlzeit als so einen richtigen, vollgepackten Döner. Was es im Ausland an Dürüm und Shawarma gibt, ist damit nicht zu vergleichen!

3. Qualitätswaren

Okay, in Deutschland gibt es auch viele Billig-Waren, aber trotzdem scheint die deutsche Qualitätskontrolle gut zu funktionieren. Meistens erhält man in den Geschäften gute Produkte. In anderen Ländern ist das nicht selbstverständlich. Im Ausland hat man häufiger beispielsweise mal den Griff der Waschmaschine oder des Fensters in der Hand.

4. Deutsche Handwerkskunst

Auch die Häuser und Inneneinrichtungen sind im Ausland nicht immer so perfekt wie in Deutschland. So werden teilweise ganze Städte billig und schnell hochgezogen, aber nach 20 Jahren zerfallen die Häuser, so dass etwa überall Regenwasser hineingelangt. Auch viele Abflussrohre existieren mitunter gar nicht. Deutsche Präzision ist eine Sache, die man im Ausland schnell mal vermisst.

5. Müll

Wie sehr ich auch den deutschen Mülltrennwahn verabscheue (kommt ja häufig doch sowieso wieder alles in die selbe Müllverbrennungsanlage), so gibt es in Deutschland wenigstens eine Müllabfuhr. In manchen anderen Ländern wird der Müll bestenfalls auf offener Straße verbrannt, sodass man nur noch mit tränenden Augen durch die Gegend laufen kann oder er bleibt einfach liegen und wird durch den nächsten Regen schon irgendwie in die Kanalisation gespült. Natürlich gibt es auch noch viel geleckter aussehende Länder als Deutschland – so zum Beispiel Singapur.

6. Qualitätsbewusstsein

Nicht nur gibt es im Ausland häufig schlechte Waren, nein auch das Anforderungsbewusstsein scheint bei vielen (auch wohlhabenden) Menschen zu fehlen. Es sind hier häufig die Kleinigkeiten im Alltag, die den Unterschied ausmachen. So hatte ich schon eigentlich sehr gute, moderne Unterkünfte, wo aber das Türschloss selbst mit viel Anstrengung kaum zu öffnen war. In Deutschland habe ich sowas nur beispielsweise bei alten, billigen, verrosteten Fahrradschlössern erlebt. Wieso muss man sich den Alltag so erschweren?

Meine Gründe gegen Deutschland

Allerdings gibt es auch viele Dinge, die mich in Deutschland ärgern. Sicherlich ist es in vielen anderen Ländern nicht besser. Dennoch möchte ich mal einiges nennen, was ich an Deutschland als negativ erachte.

Pull-Faktoren

Hier kommen Gründe, die mich ins Ausland locken:

7. Gutes Wetter

Es wird wohl niemand verleugnen, dass es in den meisten anderen Ländern meist besseres Wetter gibt als in Deutschland.

8. Günstiges (Über-)Leben

Da ich ein Business aufbauen möchte und in der ersten Zeit hauptsächlich von meinem Ersparten lebe, erwog ich es als sinnvoll, mich hauptsächlich an günstigen Orten aufzuhalten. Deutschland ist ja im internationalen Vergleich doch recht teuer.

9. Wirtschaftliche Freiheit

In anderen Ländern wird man als Unternehmer nicht so gegängelt wie in Deutschland. Es gibt viele Jurisdiktionen weltweit, in dem das Unternehmerleben aufgrund von geringeren oder gar keinen Steuern und minimaler Bürokratie vereinfacht wird. Deutschland macht meines Erachtens unternehmerisch nur Sinn, wenn man von Standortfaktoren abhängig ist oder staatliche Subventionen abkassieren möchte.

10. Andere Denkweisen

Mich interessiert, wie man außerhalb des Westens denkt. Ich bin sehr euro-zentrisch geprägt und bin gespannt darauf, wie sich andere Kulturen entwickelt haben. Ich habe das Gefühl, mich beeilen zu müssen, da durch die Globalisierung immer mehr alles vereinheitlicht wird.

Push-Faktoren

Hier kommen meine Gründe, die mich aus Deutschland weggedrängt haben:

11. Mediale Desinformation

Ich bin die Lügen- und Lücken-Berichterstattung leid. Wenn ich mir ausländische Medien anschaue, erfahre ich häufig genau das Gegenteil von dem, was man in unseren Medien erzählt. Und das im Informationszeitalter! Es wird geheuchelt, es wird gelogen, es wird verbogen und es wird zensiert. Manchmal frage ich mich, ob das früher auch schon so schlimm war oder ob ich jetzt mit dem Erwachsenwerden und nach Entlassung aus der staatlich-schulischen Indoktrinierung das Ganze überhaupt erstmals richtig reflektieren kann. Jedenfalls stelle ich mir so auch das damalige Leben in der DDR vor. Die größte Frechheit ist hier allerdings, dass ich dafür auch noch zahlen muss (GEZ lässt grüßen). Da frage ich mich manchmal: Wenn in Themen, in denen ich mich einigermaßen auskenne, schon “so schlecht recherchiert” wird, wie dann in Themen, in denen ich mich nicht auskenne?

12. Sozialismus

Viele werden mich hierfür jetzt hassen, aber der Ökonom Roland Baader hatte Recht, als er bereits 2005 schrieb:

Stellen wir einmal Deutschland vor diesen Hintergrund und betrachten es mit “kapitalistischen Augen”. Wir erkennen ein Land mit einem staatlichen (sprich: sozialistischen) Rentensystem, mit einem staatlichen Gesundheitswesen, einem staatlichen Bildungswesen, mit staatlich und gewerkschaftlich gefesselten Arbeitsmärkten, einem konfiskatorischen Steuersystem, einer Staatsquote am Sozialprodukt von 50%, mit einem erheblich regulierten Wohnungsmarkt, einem massiv subventionierten und regulierten Agrarsektor und einer in ein kompliziertes Geflecht zwischen Markt und Staat eingebundenen Energiewirtschaft, mit mindestens hunderttausend Betrieben in “kommunalem Eigentum” ( = Camouflage-Wort für Verstaatlichung) und einem staatlichen Papiergeldmonopol, ja sogar mit einem Staatsfernsehen samt Zwangsgebühren. Wir erkennen ein Land, in dem fast 40% der Bevölkerung ganz oder überwiegend von Staatsleistungen lebt und in welchem das gesamte Leben der Bürger von staatlichen Regelungen überwuchert ist. Wer diesen 80%-Sozialismus als Kapitalismus bezeichnet, muss mit ideologischer Blindheit geschlagen sein. Und wer gar von Turbo- oder Raubtierkapitalismus redet, den muss der Verstand ganz verlassen haben (oder die panische Angst vor dem Machtverlust zu verbalen Veitstänzen getrieben haben).

Wir haben es also bei dem, was hierzulande (und auch in anderen Ländern) als Kapitalismus bezeichnet wird, in Wirklichkeit mit einem staatsverkrüppelten Rumpfkapitalismus und mit einem vom Sozialismus durchseuchten Schein-Kapitalismus zu tun. Walter Eucken, der Vater des (echten) Neoliberalismus, hat schon in den 50er Jahren von einem “staatlich versumpften Kapitalismus” gesprochen und die permanente Gleichsetzung dieser Karikatur mit “dem Kapitalismus” als die wirksamste Waffe der Antikapitalisten ausgemacht. Man sollte das deutsche Modell also realistischer als Sozialismus mit kapitalistischem Hilfsmotor bezeichnen. Erstaunlicherweise vollbringt dieser Hilfsmotor seit mindestens sechzig Jahren das Kunststück, den sozialistischen Schrottkarren voranzutreiben. Erst jetzt scheint ihm vom Übergewicht des maroden Gefährts allmählich die Puste auszugehen.

Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass es in den meisten Ländern nicht sonderlich besser ist. Aber es gibt hier und da noch ein paar Oasen mit einigermaßen Freiheit und Marktwirtschaft.

13. Steuern

Die Steuern in Deutschland sind undurchsichtig und die Abgabenlast zu hoch. Manche meinen sogar, dass sie real bei 70% liegt.

14. (Un-)Rechtssystem

Wieso laufen Mörder in Deutschland frei herum oder kriegen nur minimale Haftstrafen – teilweise mit Bewährung und Freigang (Hallo?? Urlaub vom Gefängnis!?). Aber wehe mir, wenn ich eine kritische Meinung öffentlich im Internet verbreite oder sonst irgendetwas Unliebsames sage. Da lauern schon mal lange Haftstrafen. Und Heiko Maas möchte ja nun auch pünktlich zum Wahljahr die sozialen Netzwerke bereinigen. Wieso werden offensichtliche Täter von Gewaltverbrechen einfach wieder auf freien Fuß gesetzt? Will man ihnen das Untertauchen ermöglichen?

15. Falsche Erinnerungskultur

Deutschland scheint sich selbst zu hassen. Es mag wohl in einem gewissen Maße berechtigt sein, ein gesundes Geschichtsbewusstsein zu pflegen. Ich bin jedoch 1989 geboren. Für alles, was davor geschah, übernehme ich keine vergangenheitsbezogene Verantwortung. Genauso wenig der Rest meiner Generation und der noch Folgenden. Ich habe in meinem Leben schon genug Schuld auf mich geladen, da muss und kann ich auch nicht noch die Schuld meiner Vorfahren übernehmen.

16. Heuchelei

Meiner Generation werden von klein auf immer wieder die Schrecken des Holocausts vor Augen gemalt um uns zu lehren, dass wir alle eine Verantwortung dafür haben, dass dies nicht zukünftig wieder passiert. Das ist soweit richtig, denn ich persönlich finde den Holocaust auch furchtbar. Aber wenn ich die moralische Belehrung von Euch (Gesellschaft, Staat, Evangelische Kirche Deutschlands und Medien) höre, kann ich sie nicht mehr ernst nehmen, da sie geheuchelt ist. In einem Land, wo jedes Jahr über 100.000 der Unschuldigsten der Unschuldigen und der Wehrlosesten der Wehrlosen von ihrer eigenen Familie umgebracht werden, noch bevor sie das erste Mal Licht erblickt haben, und in einem Land, in dem dies von der Politik unterstützt wird und von der Gesellschaft toleriert, in so einem Land kann ich all diese Moralkeulen und Nazi-Vergleiche nicht ernst nehmen. Tut mir leid: Nicht von Euch! Beendet erst einmal Euren eigenen Baby-Holocaust (betrifft über 10% aller Schwangerschaften), bevor Ihr mich moralisch belehren möchtet.

Und auch Eure scheinheiligen Gegendemos mit hunderten Teilnehmern, wenn irgendwo 5 NPD-Heinis demonstrieren, kann ich nicht ernst nehmen. Bravo, es ist ja wirklich sehr mutig von Euch! Damit habt ihr Deutschland sicherlich vor einem 4. Reich bewahrt. Wenn Euch aber wirklich etwas an Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit liegen würde, dann würdet ihr vielleicht mal gegen die neue SA, die sogenannten “Antifa” (diesmal nicht in braun, sondern in rot und schwarz), auf die Straße gehen, die über 70 Jahre danach wieder (mit staatlicher Finanzierung) dafür sorgt, dass oppositionelle Politiker und Systemkritiker um ihr Leben, das ihrer Familie und ihren Besitz fürchten müssen.

17. Kriegstreiberei

Und über 70 Jahre danach werden wieder fleißig Länder zerbombt (oder dabei geholfen) und es wird gegen internationale Verträge Russland immer mehr auf die Pelle gerückt und ein neuer Kalter (oder vielleicht auch bald heißer?) Krieg heraufbeschworen. Und da dann natürlich auch einige Kriegsflüchtlinge zu uns kommen, wird das Ganze ausgenutzt um dann noch gleich gegen geltendes Recht eine Unzahl an kulturfremden und für unseren Arbeitsmarkt kaum tauglichen Wirtschaftsflüchtlinge sowie Islamisten ins Land zu lassen. Wäre ja in einer Marktwirtschaft alles nur halb so schlimm, aber in unserem Sozialismus wird hier einfach die arbeitende Bevölkerung zur Finanzierung des Ganzen noch mehr bestohlen als das sowieso schon der Fall ist. Ich habe in Deutschland viel mit Flüchtlingen zu tun gehabt. Niemand kann mir erzählen, dass die Mehrheit von ihnen aus Syrien oder anderen Kriegsgebieten kommt. Bei diesen ganzen Experimenten wurde ich lieber selbst zum Flüchtling und schaue, dass ich mir ein zweites Standbein irgendwo anders aufbaue. Und ich bin hier nicht alleine. 2015 sind knapp eine Million Menschen aus Deutschland ausgewandert. 2016 sicherlich noch mehr. Insbesondere die Wohlhabenden fliehen – mittlerweile sogar aus ganz Europa.

18. Bürokratie

In Deutschland herrschen nicht nur Sozialismus und hohe Steuern, nein auch die Bürokratie macht einem das Leben schwer – besonders als Unternehmer. Ich würde in Deutschland wahrscheinlich als Unternehmer nicht über Los gehen, sondern direkt ins Gefängnis wandern. Denn ich wüsste noch nicht einmal, über welche bürokratischen Hürden ich überall drüber springen müsste. Auch blicke ich bei den unzähligen Gesetzen und Verordnungen nicht durch und ich will es auch gar nicht! Wer weiß, vielleicht würde ich noch der Scheinselbstständigkeit bezichtigt werden, weil ich als Freelancer anfangs nur wenige Kunden hätte. So etwas tue ich mir nicht an. So etwas kann man sich antun, wenn man eine große Firma leitet und Geld für ein Heer von Steuerberatern und Anwälten übrig hat aber nicht als Start-up!

19. Anti-Freiheitliche Mentalität

Wer in Deutschland noch Kapitalist ist, wird schief angeguckt. Man wird dann schnell als unsozialer Unmensch abgestempelt, ohne dass es zu einem richtigen Austausch der Argumente kommt. Oder auch sonst, wenn man eine unliebsame Meinung vertritt, werden häufig schnell die oben genannten Keulen ausgepackt.

20. Gottlosigkeit

Ja, ich bin noch einer der wenigen verbliebenen Christen aus Deutschland. Davon gibt es in Deutschland prozentual weniger als im Iran. Nein, ich meine nicht diese Karteileichen, die nach der Geburt (wenn es aufgrund oben genannter Tatsachen überhaupt erst soweit kommt) getauft wurden und dann erst wieder bei ihrer Beerdigung ein kirchliches Grundstück betreten. Ich bin meinerseits erst mit 20 Jahren Christ geworden und habe während meiner gesamten Schulzeit keine bekennenden Christen getroffen. Deutschland ist ein durch und durch gottloses Land. Den Baby-Holocaust habe ich ja bereits erwähnt: Und wenn dann echte Christen sich aufmachen, um einmal im Jahr in Berlin dagegen zu demonstrieren, fällt ihnen die angeblich evangelische Landeskirche in den Rücken. Man sieht also: Nicht einmal mehr die vorgeblich offiziellen Vertreter der Christenheit vertreten christliche Werte. Du bist noch in einer solchen Kirche und glaubst an Jesus? Trete aus! Du glaubst nicht an Jesus? Trete auch aus! Man mag mich einordnen wie man will: Protestant, reformiert, evangelikal oder Sekte. Fakt ist aber, dass die überwältigende Mehrheit aller Christen auf diesem Erdball sich eher mit meiner Richtung als mit den liberalen deutschen Großkirchen identifizieren würden, die mit dem historischen Christentum rein gar nichts mehr zu tun haben. In Deutschland empfinden viele gegenüber bekennenden Christen nur noch Herablassung, Verachtung oder eine unbegründete Angst. Dabei war es die Christenheit, die unsere Zivilisation aufgebaut hat und es ist die christliche Weltanschauung, die epistemologisch, rational und ethisch allen anderen Weltanschauungen überlegen ist. Aber für diese Aussage würde ich wahrscheinlich von vielen Deutschen am liebsten gekreuzigt werden, wie auch Christus für gleichartige Aussagen ans Kreuz genagelt wurde. Nein, Jesus ist nicht dieser langhaarige Hippie, wie Er häufig in Deutschland präsentiert wird. Er hat richtig provoziert, in dem Er beispielsweise die Wahrheit aussprach und auf Heuchelei hinwies.

So… das musste mal alles gesagt werden! Zum Glück bin ich im Ausland. Hier werde ich wenigstens wegen dieser Worte nicht als Volksverhetzer, Hate-Speaker, religiöser Fundamentalist (oder was gerade in Mode ist) angeklagt.

Was gefällt Dir an Deutschland und was kannst Du an dem Land gar nicht ausstehen? Was würde Dich zum Auswandern bewegen bzw. hat Dich etwas zum Auswandern bewegt? Teile mit uns doch Deine persönlichen Gründe für oder gegen Deutschland unten im Kommentarbereich! Gerne auch für weiterführende Diskussionen. Ich habe oben bewusst kaum Belege für meine Behauptungen benannt, da sie größtenteils selbst-evident sind oder in 2 Minuten gegooglet werden können. Diese liefere ich aber bereitwillig auf Anfrage nach. Also schreibe mir gerne einen Kommentar 🙂

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  • Alex sagt:

    och mensch, hier auf deinem Blog fühle ich mich pudelwohl. DANKE für deine Liste. Kann ich nahezu zu 100% unterstreichen!
    Bald ist es es bei uns auch so weit. 😉
    Gruß
    Alex

  • Peter R.ö sagt:

    Hallo Dennis, danke für deine Liste, die ich durchaus nachvollziehen kann.

    Was soziale Systeme in einer Gesellschaft angeht, bin ich durchaus ein Freund davon. Was mir gegen den Strich geht, ist das Ausnutzen von Sozialsystemen – komischerweise kennen sich gerade die Ausnutzer mit den Möglichkeiten am besten aus. Im Bereich “Alten- und Krankenpflege” habe ich dazu mit meiner Mutter als Patientin gerade Erfahrungen gemacht, die ich mir so nicht vorgestellt hätte. Ausländische Betreiber/Mieter von Häusern, in den Patienten gepflegt werden von Personal, das alle zwei Monate ausgetauscht wird, sich zu horrenden Konditionen eingemietet und obendrein schlecht bezahlt wird. Die Betreiber bereichern sich dann, indem sie das Kranken- und Pflegesystem auf diese Weise schamlos ausnutzen. Hier kann man aber auch sehen, was die Alten der Gesellschaft wert sind. Ein Jammerspiel.
    Was die Sozialsysteme wie Krankenversicherung und Rentenversicherung angeht: mich würde mal eine Rechnung interessieren, wenn alle restlos den gleichen prozentualen Anteil bezahlen müssten. Wer also 1.500 € im Monat verdient, zahlt 112.00 € an die Krankenkasse als AN-Anteil, wer 150.000 € im Monat verdient, der soll dann bitte auch 11.200 € bezahlen. Wie sähe es dann in den kranken Kassen der Krankenkassen aus? Und in der Pflegeversicherung und in in der Rentenkasse (wo wir allerdings zusätzlich ein gehöriges demografisches Problem haben)? Aber die Bevorzugung von Reichen und auch die Möglichkeiten, die das deutsche Steuersystem gerade den Reichen bietet hat meines Erachtens deutlich mit Schuld an der derzeitigen Misere. Dazu kommt noch, dass die Zahl der Leistungsträger rückläufig ist, die Zahl der Bedürftigen in den nächsten Jahren sprunghaft ansteigen wird. Wenn ich es richtig sehe, sind viele Jobs im Niedriglohnsektor, die es früher noch gab, mittlerweile weggefallen und wir haben einige Millionen Arbeitslose, die nie wieder in Arbeit kommen werden. Dazu kommt nun ein Heer von unqualifizierten Wirtschaftsflüchtlingen, die mit Illusionen nach Deutschland kommen, um dann mit der Wahrheit konfrontiert zu werden, das es für die wenigsten von ihnen eine Zukunft geben wird, in der sie durch ihrer Hände Arbeit für ihre Familien sorgen können. Das sind nur Dinge, die mir spontan einfallen. Bei solch komplexen Themen gibt es leider keine einfachen Antworten. Unterm Strich möchte ich mich trotzdem klar für die Sozialsysteme aussprechen, die uns hier in Deutschland von den meisten in der Welt unterscheiden – auf diese Art Sozialismus bin ich sogar gut zu sprechen.
    Deine Ausführungen zum Christentum kann ich nur unterschreiben. Ich erlebe in Deutschland ein Verhätscheln jeder noch so abstrusen Minderheit, für die jeder Toleranz aufzubringen hat, da es ihm sonst an den Kragen geht. Dies mündet oft für eine Beschränkung der Meinungsfreiheit von Christen, die oft in einem Shitstorm mündet und bei den Stürmern genau die Toleranz vermissen lässt, die Christen gnadenlos abverlangt wird.
    Das nur mal so als Gedanke.

    • Dennis sagt:

      Hallo Peter,
      danke für Deinen Kommentar. Gewiss bin ich auch ein Freund von sozialen Systemen. Allerdings stelle ich hier die Kompetenz und das Recht des Staates in Frage, die sozialen Absicherungen zu übernehmen. Bei Deinem genannten Lösungsvorschlag, die Reichen, wenn auch prozentual gleich, absolut mehr zu besteuern, würde ich entgegenhalten, dass dann auch der letzte Reiche das Land verlässt, wenn man sich überall anders preiswert versichern kann. Ich verweise hier nur darauf, dass selbst ich – jetzt weltweit und privatversichert – wesentlich weniger zahlen muss als bei meiner damaligen 0815-Angestellten-Zwangsversicherung in Deutschland. Das Sozialsystem ist, wie fast alles beim Staat, selbst für Durchschnittsverdiener viel zu teuer. Für einen Besserverdienenden wäre es nicht zu rechtfertigen, 11.200 € dafür zu zahlen. Ein Sozialsystem, das wirklich sozial ist, wäre auf freiwilliger Basis und dann wohl auch wirklich an den notwendigen Bedürfnissen orientiert. Ein Pflicht-System ist jedoch nichts anderes als Diebstahl (es wird mir einfach weggenommen) und somit in keinem Fall sozial in dem Sinne, dass ich mich wirklich von Herzen um die Armen kümmere.
      Der von Dir genannte Missbrauch setzt dem Ganzen natürlich noch die Krone auf.

  • Rene Walter sagt:

    Cooles Blog, sollte auch mal einen Artikel schreiben, mir fielen bestimmt 30 Gründe ein, aus Deutschland auszuwandern, aber die wichtigsten hast Du bereits genannt.

    Hier auf Zypern hat sich so eine schöne Online Unternehmer und Krypto Community gebildet, dass ist einfach mega ;).

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