36 unsinnige Glaubenssätze – Wie man blöde Sprüche entlarvt

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2 Antworten

  1. Wilhelm sagt:

    Guten Tag, ich war sehr entzückt, als ich diese Auflistung der Unsinnigen Glaubenssätze gelesen habe. Ich habe dem nichts hinzuzufügen, aber es gab ein paar Stellen, die ich nicht verstanden habe. Daher würde ich dich bitten, mir diese ausführlicher zu erklären, und am besten mit Beispielen. Es handelt sich hierbei um Glaubenssatz Nummer 4, 8, 29, 31.

    Liebe Grüße

    • Dennis sagt:

      Hallo Wilhelm,

      freut mich, dass sie Dir gefallen hat.

      Zu Deinen Fragen:

      4. Diese Aussage hat so ein bisschen was Konstruktivistisches. Wenn unser denken wirklich die Welt um uns herum formt, dann muss unser individuelles Denken auch für diese Aussage, dass „unser Denken unsere Realität bestimmt“, verantwortlich sein. Damit ist die Aussage aber nicht mehr universell gültig und auch nur ein Konstrukt unseres Denkens. In Deinem Denken mag sie stimmen, in meinem Denken vielleicht nicht. Daher ist die Aussage relativ, aber absolut gesehen nicht gültig. Aber selbst wenn sie relativ gesehen z.B. für Dein Denken stimmt, dann erhebt sie dennoch einen universalen Wahrheitsanspruch, da sie ja die Metaebene, nämlich Dein Denken, bewertet. Wie kann sie dies aber, wo sie doch nur ein Produkt desselbigen ist?
      Ich hoffe es wurde nun deutlicher, was ich damit gemeint habe. Wenn nicht, frag einfach nochmal nach.

      8. Wenn jemand behauptet, an nichts zu glauben, behauptet er damit auch, nicht an diese Aussage zu glauben. Er hält diese Aussage somit für unwahr. Somit glaubt er doch an etwas (und wenn es nur ist, dass er diese eine Aussage für unwahr hält). Wie auch immer, er glaubt offensichtlich etwas oder nimmt die Aussage an sich zurück. Wenn er sie zurücknimmt, dann war’s das mit der Aussage und die Diskussion wäre beendet. Wenn er sie nicht zurücknimmt, dann widerspricht er sich, denn er glaubt ja an etwas, und zwar, dass diese Aussage entweder stimmt oder nicht stimmt 😉 Grund ist: Jeder Mensch glaubt. Und selbst wenn er etwas weiß, dann glaubt er es ja auch. Was wir wissen, das glauben wir auch gleichzeitig. Somit würde die Aussage sogar alles wissen unmöglich machen. Damit wäre aber auch das Wissen darüber, ob die Aussage stimmt, ebenfalls dahin.

      29. Wenn jemand die Gesetze der Logik in ihrer absoluten Gültigkeit verleugnet oder auch nur relativiert, dann macht er dies auch mit dem Satz vom Widerspruch, welcher ja zur Logik gehört. Dieser besagt, dass sich Aussagen nicht widersprechen dürfen. A ist nicht gleich Nicht-A. Da aber dieser 29. Glaubenssatz die Logik relativiert, habe ich mal ganz frech mit einer unlogischen Aussage geantwortet bzw. mit einer Aussage, die diesem Glaubenssatz widerspricht. Da ja das Gesetz vom Widerspruch laut Glaubenssatz angeblich nicht universell gilt, habe ich ja jedes Recht dazu. Wer die Logik aufgibt, gibt jedes sinnvolle Argumentieren auf, also argumentiere ich sinnlos. Muss der Mensch, der solche absurden Glaubenssätze vertritt mit klar kommen 😉 Wir lernen also: Wenn Logik nicht gilt, dann gilt Logik! Und wenn Logik gilt, dann gilt Logik auch. Also gilt Logik immer 🙂

      31. Diese Aussage ist etwas ähnlich. Wenn man Schwarz und Weiß als Gegensätze betrachtet, dann darf nichts dazwischen zugelassen werden laut Logik (Satz vom ausgeschlossenem Dritten / Tertium non datur). Jemand der sagt, dass die Welt eben nicht nur Schwarz und Weiß ist, ist damit aber auch sehr exklusiv in seiner Aussage. Er scheint die Logik vorauszusetzen und auch das Gesetz vom ausgeschlossenem Dritten. Somit pflegt er ja auch ein Schwarz-Weiß-Denken:
      Schwarz: Die Welt ist nur Schwarz-Weiß!
      Weiß: Die Welt ist nicht nur Schwarz-Weiß!
      Also auch nur 2 Optionen. Was anderes darf er auch nicht zulassen, möchte er logisch bleiben. Somit denkt er auch sehr binär. Sehr schwarz-weiß eben! Und es ist ja auch nichts Verwerfliches daran! Denn die Welt ist nun einmal schwarz oder weiß. Entweder-oder. Ja/Nein. A/Nicht-A. 0/1. These/Anti-These. Alle vermeintlichen Grautöne sind auch nur eine Mixtur aus Schwarz und Weiß. Oder man begeht einen Kategorienfehler, dann kann es auch etwas dazwischen geben. Aber das ist dann ja nicht tatsächlich eine 3. Option, sondern dem Kategorienfehler geschuldet. Da hilft auch kein Hegel mit seiner „Synthese“. Da halte ich es mit den Wise Guys:
      „Ein Mann mit Namen Hegel,
      das war ein rechter Flegel:
      der konnte etwas meinen
      und es gleichzeitig verneinen.
      Er widersprach sich ständig.
      Das fand man wohl sehr wendig,
      und man nannte diese Hektik
      hochtrabend ‚Dialektik‘.“

      Liebe Grüße,
      Dennis

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