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Liberated Life

8 Life Hacks aus dem digitalen Nomadentum

Dies hier soll nur ein kurzer Artikel werden, in dem wir Dir ein paar Tipps aus der Praxis mit auf den Weg geben. Diese können Dir als angehender Nomade nützlich sein, manche auch generell im Leben.

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Lifehack #1: Toiletten finden

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Fangen wir mit einem sehr wichtigen Tipp an, der Dir in Asien unter Umständen ganz schön aus der Patsche helfen kann. Als ich zum ersten Mal nach Fernost geflogen bin und am Flughafen Kuala Lumpurs landete, musste ich ganz dringend mal aufs Klo. Aber ich habe nicht daran gedacht, dass es dort überwiegend Hock-Toiletten gibt.


Dies sind Löcher im Boden. Wie Du Deine Geschäfte erledigst, ist Dir als Deutscher Deiner Kreativität überlassen. Aber woher hätte ich es auch wissen sollen? Mich hat ja keiner gewarnt -.-


Man will eben die Hose nicht versehentlich nass machen. Für die Gebrauchstechniken wäre vielleicht mal ein eigener Real-Talk-Artikel angesagt. Umso wertvoller wäre der folgende Tipp gewesen, hätte ich diesen damals von jemanden bekommen. Also pass gut auf! Diese Information kann Dir eines Tages aus der „Scheiße“ helfen.


Ganz häufig ist nämlich ein Teil der Toiletten westlich und nur die Mehrheit Hock-Klos. Manchmal kommt daher die Erlösung, wenn man einfach die nächsten Türen aufmacht. Oft gibt es noch ganz hinten bei der letzten Tür eine westliche Option. Im Notfall einfach alle Türen durchprobieren.


In manchen Ländern – und da hilft alles nichts – sind Toiletten eher wie Adventskalender. Hinter jedem Türchen befindet sich eine braune Überraschung. Da bleibt dann wirklich nur auszurufen: „Hilfe, ich will zurück in den Flieger!“

Lifehack #2: Mit Übergewicht davon kommen


Rucksack beim Check-In locker tragen! Bloß nicht anmerken lassen, dass Du Dich abschleppst und etwas Übergewicht dabeihast. So wird Dein Handgepäck eher mal nicht gewogen. Wenn Du hingegen einen Zieh-Trolley benutzt, wird dieser meist immer gewogen, da er suggeriert schwerer zu sein als ein locker sitzender Rucksack.


Auch lässt man Dich mit Trolley nicht in Reisebusse, während Du einen locker sitzenden Rucksack häufig mit hoch in den Passagierbereich nehmen darfst. Als Nomade trennt man sich eben ungern von seinem Gepäck, da dies der einzige aber dafür umso wichtigere Besitz ist. Ich kann Dir meinen umwandelbaren Rucksack empfehlen.


Am Flughafen, beim Busbahnhof und in matschigen Straßen nutze ich ihn als Rucksack. Ansonsten immer als Trolley, da dies angenehmer ist. Besonders wenn man einen 12 Stunden Zwischenstopp in einer interessanten aber klimatisch heißen Metropole wie Singapur hat. Niemand will 12 Stunden in der tropischen Hitze einen schweren Rucksack mit sich rumschleppen. Ein Trolley erleichtert hier Dein Leben enorm.


Also, alles schön locker nehmen und selbstbewusst auftreten!

Lifehacks #3-6: Bekomme, was Du willst


Als Nomade ohne festen Wohnsitz hat man es manchmal nicht leicht. Für viele Leute ist dieses Konzept noch völlig unbekannt, weshalb sie auch nicht wissen, wie man es einzuordnen hat. Dies trifft insbesondere auch auf Beamte und Angestellte großer Unternehmen zu. Sie haben ihre Standards und da fällst Du dann völlig aus dem Raster. Je automatisierter und standardisierter ein System, desto problematischer für uns vagabundierenden Obdachlosen. 


Dies äußert sich bei mir regelmäßig, wenn ich mit meiner Kreditkarte online einkaufen (z.B. Flugtickets). Gerne wird meine Karte dann einer Sicherheitsprüfung unterzogen. Gestern Thailand, heute Deutschland, morgen Sri Lanka, das lässt natürlich alle Alarmsysteme anspringen, die jemals gegen Internetkriminalität installiert wurden.


Hierbei haben sich folgende Verhaltensweisen als hilfreich bewährt, die aber auch auf das gesamte Leben übertragen werden können:


3. Sei entgegenkommend


Sei zuvorkommend. Sende alle Daten, die vielleicht benötigt werden, im Voraus. Warte nicht, bis Dokumente angefordert werden, sondern sende bereitwillig Dokumente mit, die Vertrauen erwecken und weiterhelfen könnten. Unterstreiche dabei auch mit ein paar Kommentaren, warum diese Dokumente weiterhelfen. Viele Beamte und Angestellte wissen einfach nicht, wie man mit Deinem Lebensentwurf umgeht. 


Je nach Fall, kennen sie vielleicht nur verschiedene Dokumentenarten. Je mehr Auswahl Du ihnen gibst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Deine Dokumente als gleichberechtigt anerkennen. Habe Mitleid mit den Büro-Sklaven. Dein Fall macht denen das Leben schwer. Schaffe also zugleich auch eine mögliche Abhilfe und Du kommst schneller zu Deinem Ziel.


4. Denke Dich in Dein Gegenüber hinein


Meldeadresse und Residenzadresse sind zwei Paar Schuhe. In Deutschland läuft alles ganz strikt ab. Du musst Dich melden und allerlei offizielle Protokolle und Normen einhalten. Wenn jedoch private Unternehmen von einer Residenzadresse sprechen, dann läuft das meistens einfach nur auf eine Postanschrift hinaus. 


Interpretiere in das Wort Residenz nicht immer das deutsche Konzept eines strikten Meldewesens hinein. In den wenigsten Fällen juckt es Unternehmen, ob Du da wirklich wohnst, solange ihre Post bei Dir ankommt. Sehr häufig sind dies einfach auch nur standardisierte KYC-Richtlinien, die halt da sind.


Und grundsätzlich gilt auch, dass private Unternehmen Dir im Zweifelsfall auch nichts weiter antun können, als Deinen Vertrag mit ihnen zu kündigen. Aber das ist auch gegen ihr Interesse und ist meistens auch von staatlichen Regulierungen motiviert. Denn was interessiert ein gewinnorientiertes Unternehmen schon, wo Du wohnst, solange Du fleißig Deine Rechnungen bezahlst? 


Alles was jedoch offizielle staatliche Stellen wie Finanz- oder Visabehörden angeht, würde ich sorgfältiger behandeln. Denn diese könnten es wahrlich ernst mit Dir meinen und auch versehentlich gemachte Fehler in Formularen ziehen häufig auch juristische Konsequenzen nach sich.


5. Sei beharrlich


Falls alles Zuvorkommen nicht fruchtet, dann wechsle Deine Strategie. Lasse auf keinen Fall locker. So sind beispielsweise viele Support-Antworten entweder komplett Computer-generiert oder folgen einem Standard-Abwehr-Schema. Nimm sie ja nicht ernst. Bestehe auf Dein Recht als Kunde. Male den Support-Mitarbeitern in allen Details auf, warum ihr Service schlecht ist und wie sehr Du als Kunde darunter leidest. 


Du bist der Kunde und sie haben Dir gefälligst zu dienen! Dafür kriegen diese Leute ihr Gehalt. Du warst zuvorkommend und hast jede Hilfestellung geben. Nun liegt es am Supporter, auch mal die Extra-Meile (oder eher 5 Meter) bis ins Büro des Vorgesetzen zu gehen und nachzufragen, wie man in Deinem besonderen Fall helfen kann.


Glaube mir, eine zusätzliche E-Mail kann manchmal ganze Welten bewegen. Denke an das Pareto-Prinzip: 20% der Kunden machen 80% der Probleme und 80% der Kunden nur die restlichen 20%. Du willst einer der 20% sein, die den Leuten Feuer unterm Arsch machen und nicht einer der 80%, die sich von einer standardisierten Entschuldigungs-Ausrede-E-Mail abspeisen lassen!


Beharrlichkeit kann bei Misserfolg auch heißen, dass man es noch einmal bei einem anderen Mitarbeiter versucht. Nur weil Du bei einem Supporter oder Beamten nicht durchdringen konntest, heißt das noch lange nicht, dass es bei einem anderen nicht vielleicht doch geht. Lass Dich nicht entmutigen! Beharrlichkeit lohnt sich.

Lifehack #6: Gehe bis zum Äußersten

Wenn jedoch alles nichts hilft, dann muss die letzte Eskalationsstufe betreten werden. Du wendest Dich an die Vorgesetzten selbst bzw. drohst zunächst einmal damit. Wenn der Support-Mitarbeiter eines mehr fürchtet als den Hintern zu heben und Rat beim Vorgesetzen zu suchen, dann ist es den Hintern heben zu müssen, weil der Vorgesetzte den Support zu sich ruft, da sich Kunden über den schlechten Service beschwert haben.


Ich habe es einmal so weit getrieben, dass ich den CEO eines Unternehmens privat auf Facebook angeschrieben habe. Du glaubst nicht, wie schnell mein ach so komplexes Problem gelöst war.


Weiterer Tipp


Nutze Dropscan oder Caya (10€ Gutscheincode: cjyhic4wval9m0d72r9umk782) bei der Registrierung angibst, kannst Du CAYA einen Monat lang kostenfrei nutzen.CAYA ist eine echte Erleichterung im Alltag. Versuch es!) als "Anschrift" und an dahin adressierte Rechnungen von Deinem Handy-Anbieter oder Web-Host als Verbrauchsrechnungen!

Lifehack #7: Scharfes Essen

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In vielen Ländern essen die Menschen wesentlich schärfer als in Deutschland. Für unsere Verhältnisse manchmal zu scharf. Was aber tun, wenn das unbekannte Gemüse schon unseren Gaumen berührt hat und sich die Schärfe erst nach einiger Zeit bemerkbar macht und gar zu einem Flächenbrand entwickelt?


Das einzige, was wirklich gut und schnell gegen zu scharfes Essen hilft, ist purer Zucker. Einfach den Wirt nach einer Hand voll Zucker fragen und diesen direkt pur essen und im Mundbereich verteilen. Du wirst sehen, es wirkt Wunder!

Lifehack #8: Moskito-Schutz

In Indien habe ich einmal eine Banalität gelernt. Aber auf diese muss man erst einmal kommen! Wenn Du in einem Bett schläfst, was kein Moskito-Netz, dafür aber einen Ventilator drüber an der Decke hängen hat, dann ist es nur halb so schlimm. Einfach den Ventilator auf höchste Stufe einstellen und der Wind wirkt wie eine unsichtbare Schutzglocke um Dein Bett herum.


Die Mist-Viecher werden einfach weggeblasen und können sich Dir nachts nicht nähern. Guter Nebeneffekt: Es ist kühler. So wird Dein Schlaf in mehreren Bereichen optimiert. Wenn das mal nicht 2 Fliegen (bzw. Moskitos) mit einer Klappe schlagen ist!


Disclaimer


Verstehe diese Lifehacks bitte nicht als 1-zu-1 Anleitung, wie es immer abzulaufen hat. Besonders was meine Tipps zum Umgang mit Unternehmensbürokratien angeht. Freilich sollst Du nicht betrügen oder lügen und zuweilen können natürlich auch bei privaten Institutionen falsche Angaben weitreichende juristische oder gar strafrechtliche Folgen haben.


Schalte niemals Dein Hirn aus, wenn Du Sachen ausfüllst.

Was ich in diesem Artikel vermitteln möchte, ist ein Mindset, wie Du Dinge angehen sollst und dass Du auch verstehst, wie die andere Seite tickt. So lassen sich viele Probleme zur Zufriedenheit aller Parteien besser lösen als mit deutscher Pedanterie. Ich will Dir hier ein gewisses kulturelles Einfühlungsvermögen vermitteln und Dich nicht zu unmoralischen Taten animieren.


Lügen sind unmoralisch. Für alles, was Du machst, musst Du auch die Verantwortung übernehmen. Dies ist übrigens auch die Grundvoraussetzung für persönliche und unternehmerische Freiheit. Also immer den kritischen Verstand bemühen!


Du bist auch Nomade? Was sind Deine Tipps und Tricks für den Alltag? Teile Sie doch gerne mit uns in den Kommentaren!

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